Störung im Tunnel
Störung im Tunnel

Schwerkraft brachte Regioexpress Delémont-Biel bis zum Perron des Bahnhofes Grenchen Nord.

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Daniela Deck

Glück im Unglück hatten gestern Morgen die Reisenden im Regioexpress Delémont-Biel um 7.30 Uhr. Der Stromabnehmer der Lok riss mitten im Grenchenbergtunnel die Fahrleitung herunter. Dennoch blieb der Zug nicht im Tunnel stecken. Er hatte den höchsten Punkt nach Moutier bereits passiert und konnte bis zum Bahnhof Grenchen Nord abwärts rollen. «Alle Reisenden konnten am Perron ganz normal aussteigen. Ausser einer Verspätung ist ihnen nichts geschehen», versichert BLS-Sprecher Hans Martin Schär.

Die Umtriebe sind allerdings beträchtlich. Gestern lief auf der Strecke Grenchen-Moutier nichts mehr. Weil es dort keine Strasse gibt, konnte die BLS nicht nach bewährter Manier Busse einsetzen. Mit Empfehlungen für Routenänderungen im Jura, in Basel, Bern, Solothurn und Olten versuchte die Bahn das Durcheinander zu bewältigen. Längere Reisezeiten und Verspätungen waren aber unvermeidlich.

«Zwischen Grenchen Nord und Grenchen Süd haben wir einen Shuttlebus eingerichtet», so Hans Martin Schär. «Zusätzlich haben in Grenchen Süd alle Intercityzüge angehalten.»

1,5 Kilometer Leitung beschädigt

Die Fahrleitung war im Tunnel nach Angabe des BLS-Sprechers auf 1,5 Kilometern heruntergerissen. Warum, werde untersucht. Hans Martin Schär ist sehr froh, dass der Grenchenbergtunnel nicht flach verläuft und das Malheur nicht vor dem Scheitelpunkt geschah. In beiden Fällen hätte der Zug von einer Lok aus dem Tunnel geschleppt werden müssen. «Das wäre wegen der Fahrleitung, die am Boden lag, ein schwieriges Manöver gewesen», erklärt er.

Der Scheitelpunkt liegt von Moutier aus gesehen nach einem Drittel des Tunnels. Die Neigung dahinter ist mit 16 Promille steil (im Lötschberg sind es 27 Promille). Damit hatte der Pannenzug genügend Schwung, um Grenchen Nord zu erreichen.