Der Verein «Für üsi Witi» kann auf ein rundum erfolgreiches Jahr zurückblicken. Altreu wurde zum «Europäischen Storchendorf» ernannt, das Hochstudhaus konnte aufgestellt und eingeweiht werden und am Schluss schaute sogar ein kleiner finanzieller Gewinn heraus.

An der Generalversammlung in Selzach sah man am Montag beim Blick ins Rund denn auch nur zufriedene Gesichter. Als einen wichtigen Höhepunkt der vergangenen Saison nannte Präsident Boris Banga den ausserordentlich guten Bruterfolg: Genau 63 Jungstörche verliessen Altreu im August erstmals. «Nun hoffen wir, dass die auch alle wieder zurückkommen.» Über 35 000 Besucher und über 40 Führungen und Exkursionen verdeutlichten den grossen Stellenwert des Infozentrums eindrücklich.

Sonderausstellung steht

In der Saison 2009 ist eine Sonderausstellung zum Thema «Ökologische Vernetzung» vorgesehen. Das Infozentrum wird auch in diesem Jahr wiederum am Gründonnerstag (9. April) eröffnet. Letztmals geöffnet ist es 2009 am 4. Oktober. Die Sonderausstellung richtet sich vor allem an eine junge Generation. Auf 22 Tafeln soll ihr dieses Thema näher gebracht werden. Die Tafeln sollen daher bewusst in kindgerechter Höhe angebracht werden. Die ganze Ausstellung sei sehr emotional gehalten und werde zusätzlich in einer Begleitbroschüre dokumentiert, erklärte Banga. Viktor Stüdeli konnte bereits 16 gebuchte Führungen vermelden. Zudem seien 10 weitere spezielle Veranstaltungen geplant.

An einem so genannten «Werktag» haben die Betreuerinnen und Betreuer das Infozentrum jüngst auf Vordermann gebracht. So wurden die Räumlichkeiten herausgeputzt und Material, das sich im Laufe der Zeit angesammelt hatte, wurde weggeräumt und eingelagert. 2010 soll dann wiederum ein Storchenfest stattfinden.

Im Rahmen des Ferienpasses werden in diesem Jahr gleich zwei Anlässe im Infozentrum stattfinden. Zwischen 15. Juli und 5. August findet ausserdem eine Ausstellung zum Thema 200 Jahre Forstdienst im Kanton Solothurn statt.

Mehr Action dank mobiler Kamera

Bei aller Freude, ein Problem musste Stüdeli den Anwesenden dennoch offenbaren: «Die auf den Storchenhorst gerichtete Kamera macht mir Kummer.» Die ausgewählten Horste blieben nämlich bisher leer, oder die Eier wurden nicht ausgebrütet. Die Besucher, die das Geschehen auf einem Bildschirm im Infozentrum mitverfolgen können, haben also entweder während der ganzen Saison ein leeres Nest oder unausgebrütete Eier zu sehen bekommen.

«Jetzt haben wir aber einen mobilen Mast, sodass wir auf die Belegung der Horste reagieren können.» Geplant ist ausserdem, die Übertragung via Webcam auch im Internet zu zeigen. «Wir hoffen sehr, dass man bald live zusehen kann, wie die Eier ausgebrütet und die Jungstörche aufgezogen und gefüttert werden.»

Kleinen Gewinn gemacht

Der Voranschlag schliesst mit einem Aufwand und Ertrag von je 68 650 Franken ausgeglichen. Nicht ausgeglichen war aber die Rechnung 2008. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 390 Franken übrig, dies bei einem Gesamtertrag von 191 713 Franken. Kassier Jörg Möri präsentierte ausserdem die Bauabrechnung zum Hochstudhaus.

Insgesamt waren in den vergangenen Jahren 210 000 Franken in den Wiederaufbau des Hochstudhauses vom Ballenberg und die Umgebungsarbeiten investiert worden. Davon sind aber bereits 195 000 Franken abgeschrieben, sodass der Betriebswert noch 15 000 Franken beträgt.

Der 15-köpfige Vorstand wurde von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Für die beiden Gründungsmitglieder Manfred Wyss und Jürg Möri, die auf diese Generalversammlung hin demissioniert hatten, wählten die Anwesenden Rudolf Löffel und Manfred Scholl neu in den Vorstand.