Brugg

Stiller Tod einer grossen Idee

Tempi passati: Das waren noch Zeiten als man Schlange stand, um Mitglied von «Brugg attraktiv» zu werden. (Archiv lp)

Brugg attraktiv

Tempi passati: Das waren noch Zeiten als man Schlange stand, um Mitglied von «Brugg attraktiv» zu werden. (Archiv lp)

Bereits vor einiger Zeit war abzusehen, dass sich die hoch gesteckten Ziele des Vereins «Brugg attraktiv» aus verschiedenen Gründen kaum verwirklichen lassen würden. Jetzt sind die Konsequenzen gezogen worden. Der Verein ist aufgelöst.

Louis Probst

«Eng wirds im Foyer zum Theorielokal im Feuerwehrmagazin - «Brugg attraktiv» hat gerufen. Und alle sind gekommen. Oder beinahe alle»: So hatte die AZ berichtet. Vor gut zwei Jahren. Bei der ersten «Zukunftsmoderation» des Projektes «Brugg attraktiv».

Inzwischen ist diese Zukunft Vergangenheit. Die Euphorie für den regionalen Aufbruch - mit der einst Moderator Thomas Egger («ich verstehe meine Rolle nicht als die eines Wunderfuzzis von aussen») das Volk infizieren konnte, ist der Ernüchterung gewichen.

Der Andrang zur Generalversammlung - zum stillen Begräbnis des Vereins «Brugg attraktiv» - hielt sich am Mittwoch denn auch sehr in Grenzen. Das Audimax der Fachhochschule wurde jedenfalls nicht benötigt. Ein Unterrichtszimmer reichte vollauf für die 23 Stimmberechtigten, die erschienen waren. Und ein scheuer Seitenblick auf den bereitgestellten Apero zeigte, dass es überschlagsmässig pro Anwesenden gut eine Flasche Wein oder Saft «preichen» könnte.

«Es ist viel erreicht worden»

«Vor zwei Jahren hatte noch grosse Euphorie geherrscht», stellte Paul Stalder, der Präsident des Vereins «Brugg attraktiv» fest. «Bei näherer Betrachtung ist der Entscheid, den Verein aufzulösen, aber wohl richtig. Ich denke, dass man doch viel erreicht hat. Trotzdem werden sicher viele Leute enttäuscht sein.»

Erreicht hat «Brugg attraktiv» immerhin das Ziel, das man sich bei der Neuausrichtung gesteckt hatte. Nämlich eine Marke «Brugg Regio» zu schaffen, die künftig unter den Fittichen des Planungsverbandes Brugg Regio für ein einheitliches Standortmarketing herangezogen werden kann.

Während beim Planungsverband noch die Vorarbeiten für das geplante Servicecenter laufen - das auch Tourismus Region Brugg dienen soll - ist inzwischen ein Internet-Portal der Region geschaffen worden. Über dieses Portal - www.bruggregio.ch - können nicht nur Kurzporträts von 31 Gemeinden angeklickt werden, sondern auch Links zu den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Wohnen, Kultur und Tourismus.

Und statt der klassischen Hochglanz-Imagebroschüre, wie sie ursprünglich ins Auge gefasst worden war, stehen jetzt, wie Martin Jakob ausführte, Postkartensets in schmucken Mappen zur Verfügung. Diese Mappen können von den Gemeinden mit zusätzlichem Informationsmaterial angereichert und - beispielsweise an potenzielle Neuzuzüger - abgegeben werden.

Einstimmige Beschlüsse

Hauptthema der Generalversammlung war jedoch der Entscheid über die Auflösung des Vereins. Und diese Auflösung ging reibungslos über die Bühne. Einstimmig und ohne Diskussion genehmigte die Versammlung die Auflösung und die Übergabe der Marke «Brugg attraktiv» an die Stadt Brugg.

Zustimmung fand auch die vom Vorstand vorgeschlagene Verwendung des Reinvermögens des Vereins «Brugg attraktiv» von immerhin knapp 16 000 Franken. Rund 11 000 Franken können demnach für den Römertag, für den Wettkampf um den Titel des schnellsten Bruggers und für die Schaffung einer Freizeitkarte der Region Brugg verwendet werden.

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