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Stiftung bezahlt 1,5 Millionen

Vertrag unterschrieben: Ab 1. Juli 2010 hat dieses Schloss mit der Stiftung Schloss Schwarzenburg einen neuen Besitzer. zvg

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Vertrag unterschrieben: Ab 1. Juli 2010 hat dieses Schloss mit der Stiftung Schloss Schwarzenburg einen neuen Besitzer. zvg

Fünf Schlösser von nationaler Bedeutung will der Kanton verkaufen, jetzt ist das erste weg: Für 1,5 Millionen Franken erhielt die zu diesem Zweck gegründete Stiftung das Schloss Schwarzenburg. Das Schloss bleibt der Bevölkerung zugänglich.

Bruno Utz

«Bei diesem Schlossverkauf haben finanzielle Aspekte für den Kanton eine untergeordnete Rolle gespielt. Es ging darum, einen für die Stiftung tragbaren Preis festzulegen», stellte gestern Baudirektorin Barbara Egger (SP) vor den Medien klar. Wichtig sei dem Kanton, dass eine nachhaltige neue Nutzung für das Schloss gefunden worden sei und mit den Vermietungserträgen sowie den übrigen Einnahmen die langfristige Finanzierung der Unterhalts- und Betriebskosten gesichert sei. Gemäss dem vom Regierungsrat Anfang Dezember unterzeichneten Vertrag bezahlt die Stiftung Schloss Schwarzenburg dem Kanton 1,5 Millionen Franken.

So wenig Fremdkapital wie möglich

Gemäss Ruedi Flückiger (SP), der Gemeindepräsident von Wahlern ist auch Präsident der Stiftung Schloss Schwarzenburg, haben bisher sieben grosse Spender Beträge zwischen 20 000 und 100 000 Franken eingezahlt. Insgesamt verfüge die Stiftung über ein Startkapital von 375 000 Franken. «Jetzt lancieren wir eine grosse Sammelaktion. Dabei sprechen wir die Leute direkt an», sagt Flückiger im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Stiftung hoffe so, nochmals etwa eine halbe Million Franken sammeln zu können.

«Wir werden sicher noch Fremdkapital benötigen, hoffen wir möglichst wenig.» Laut Flückiger gehen Rechte und Pflichten am Schloss am 1. Juli 2010 an die Stiftung über. Wichtigster Mieter sei das benachbarte, an akutem Platzmangel leidende Pflegezentrum Schwarzenburg. Mieterin werde auch die Gemeinde Wahlern. «Sie wird sicher das Schulsekretariat im Schloss einrichten und Archivräume mieten, vielleicht sogar auch den grossen Gerichtssaal», sagt Flückiger.

Kulturanlässe und Feste

Das Schloss und der Park würden der Öffentlichkeit aber auch für kulturelle Anlässe und Feste zur Verfügung stehen. Die dem Stiftungsrat angehörenden Elisabeth Kollbrunner leite eine Gruppe, die bis Ende März für die zweite Jahreshälfte ein Kulturprogramm ausschaffe. Danach stehe die Ausarbeitung eines langfristigen Kulturkonzeptes an. Im Parterre, Schlosskeller und Schlosshof sowie im Nebengebäude seien etwa Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Filmvorführungen möglich. Das Schloss werde aber auch offen sein für private Anlässe, Feste und Feiern.

Denkmalpfleger mit im Boot

Im Stiftungsrat sind laut Flückiger auch die Burgergemeinde Schwarzenburg und die Dorfburgerkooperation Schwarzenburg vertreten. Ja sogar der kantonale Denkmalpfleger Jürg Schweizer habe Einsitz im Stiftungsrat. «Wir haben Herrn Schweizer angefragt und er hat spontan zugesagt», so Flückiger. Dass die Stiftung das Schloss zu «einem fairen Preis» erwerben kann, freue ihn sehr.

«Als der Kanton im Frühjahr 2008 mit seiner Verkaufsabsicht an die Öffentlichkeit gelangte, reagierte eine breit abgestützte Gruppe mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft sofort und gründete die IG Schloss Schwarzenburg», blickt Flückiger auf die Anfänge der Kaufabsicht zurück. Die Vision sei deshalb zum Erfolgsmodell geworden, weil sich rasch eine breite Gruppe engagiert habe, sagt Flückiger und nennt die Einwohnergemeinde, beide Burgergemeinden, zwei Banken und Kulturschaffende die von Anfang an mitgemacht hätten.

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