Der älteste Hinweis besagt, dass St. Galler Kaufleute 1751 in Lyon "zwei türkische Frauenzimmer" beobachteten, die Blumen auf Seidenzeug stickten. Dies brachte die Händler auf den Gedanken, Mousseline zu besticken.

1753 wurde die Handstickerei in der Ostschweiz eingeführt und sie etablierte sich neben Spinnen und Weben zu einer tragenden Säule des Textilgewerbes. Hergestellt wurden diese aus winzigen Stichen bestehenden Kunstwerke anfänglich meist in Heimarbeit.

1759 gründete der 24-jährige Kaufmann Ulrich de Gaspard Vonwiller in St. Gallen das erste Stickereiunternehmen der Welt. Vonwiller beschäftigte eigene Weber und fabrizierte Barchent, Leinwand und Mousseline.

Dieses Jahr feiert das Unternehmen, das seit 1909 Union AG heisst, sein 250-jähriges Jubiläum. Mit einer Sonderpräsentation in der Stickereiausstellung "Swiss Embroidery" würdigt das Texilmuseum das Schaffen des ältesten Stickereiunternehmens der Welt.

Die Ausstellung deckt die Stickereigeschichte von St. Gallen ab: Von der Zeit der textilen Veränderung im 18. Jahrhundert, der Erfindung der Stickmaschine 1828, der Hochblüte Ende des 19. Jahrhunderts, der Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg, der Erschliessung neuer Märkte bis hin zu den jüngsten Kreationen.

Das Textilmuseum St. Gallen zeigt in der Dauerausstellung "Swiss Embroidery" auch Teile der Akris-Kollektion der jüngsten Prêt-à-Porter Schau in Paris. Gleich daneben präsentiert die Union AG ihre aktuelle Dessous-Kreationen. 1980 stieg die Union AG ganz auf mit Stickereien verzierte Dessous um.