Stettenfeld-Abstimmung

Bei der Stettenfeld-Abstimmung wird kein politischer Entscheid gefällt. Riehen muss über einen Projektierungskredit für einen Planungswettbewerb in der Höhe von 380 000 Franken entscheiden.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Loris Vernarelli

Das rund 19 Hektaren umfassende Stettenfeld - es liegt an der Landesgrenze zu Lörrach und direkt an der S-Bahn-Linie - ist seit Jahrzehnten der Bauzone zugewiesen. Doch eine geordnete Bebauung fand bisher nur in den Randbereichen statt. Der Rest des Gebietes umfasst ein Sammelsurium an Gebäuden: Kleintierzuchtanlagen, Familiengärten, ein Tennisplatz, ein Bogenschiessplatz sowie verschiedene Gewerbebetriebe.

Mit einem Planungswettbewerb will der Gemeinderat Vorschläge sammeln, wie man aus dem Stettenfeld ein lebenswertes Quartier mit guter Durchgrünung, öffentlichen Freiräumen, hoher Wohnqualität und geringem Energie- und Ressourcenverbrauch gestalten kann. Die Idee eines Wettbewerbs kam im Einwohnerrat gut an: Mit grossem Mehr bewilligte er am vergangenen 26. März einen Projektierungskredit von 380 000 Franken. Dank finanzieller Beiträge unter anderem von Bund, Kanton, Stadt Lörrach und Interreg-Programm kostet das Verfahren die Gemeinde Riehen netto insgesamt 230 000 Franken.

Für die späteren Generationen

Sollten die Riehener Stimmberechtigten der Vorlage zustimmen, hätten sie keinen politischen Entscheid gefällt. Aufgrund des Wettbewerbresultats kann der Einwohnerrat im nächsten Schritt mittels referendumsfähiger Zonenänderung entscheiden, ob die aus dem Wettbewerb hervorgehende Lösung umgesetzt werden soll.

Da der Planungskredit nicht dem obligatorischen Referendum unterstellt wurde, formierte sich das Komitee «Riehen Grün statt Grau», bestehend aus Exponenten der SVP und der Grünen sowie aus Einzelpersonen. Die Gruppierung will keine Planung für eine Gesamtüberbauung des Stettenfeldes. Hingegen soll das Gebiet Grünzone und Naherholungsgebiet für die Bevölkerung bleiben; Familiengärten, Kleintierzüchter, landwirtschaftliche Nutzung und angesiedelte Vereine sollen ein Bleiberecht erhalten.

Geht es nach dem Nein-Komitee, soll etwa ein Drittel der Gesamtfläche im südlichen Teil des Stettenfeldes für Wohnungsbau und Gewerbe zur Verfügung stehen, der nördliche Teil aber für spätere Generationen freigehalten werden.

Für die Exekutive ist eine Auszonung von zwei Dritteln der Gesamtfläche kaum durchsetzbar, weil dies gegen verbindliche, übergeordnete Planungsvorgaben von Bund und Kanton verstossen würde. Zudem wären hohe Entschädigungsforderungen seitens der Grundeigentümerschaft zu erwarten. Der Gemeinderat strebt eine Gesamtplanung, nicht aber eine Gesamtüberbauung an.