Chrischtchindlimärt Bremgarten
Sterne, Lichter und fröhliche Menschen

Pünktlich zum traditionellen Bremgarter Christchindlimärt hat sich der Winter eingestellt. Bei eisigen Temperaturen genossen seit Donnerstag Zehntausende die weihnachtliche Stimmung.

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Weihnachts- und Christkindlimarkt Bremgarten 2009
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Weihnachts- und Christkindlimarkt Bremgarten 2009
Weihnachts- und Christkindlimarkt Bremgarten 2009
Weihnachts- und Christkindlimarkt Bremgarten 2009
Weihnachts- und Christkindlimarkt Bremgarten 2009
Weihnachts- und Christkindlimarkt Bremgarten 2009

Weihnachts- und Christkindlimarkt Bremgarten 2009

Andrea Weibel

Lotsen in orangefarbenen Westen winkten Kolonnen von Autos weit abseits des Städtchens aufs Militärgelände mitten im Wald. Trotz der bitteren Kälte merkte man schon ihnen, die gut gelaunt den Kindern in den Autos zuzwinkerten und auch für die Fahrer ein Lächeln übrig hatten, die Weihnachtsstimmung an.

Per Shuttlebus wurden Tausende Marktbesucher vom Parkplatz ins beleuchtete Reussstädtchen geschleust. Die Busfahrer waren das offizielle Begrüssungskomitee: «Um 23 Uhr bringt Sie der letzte Bus zurück zu den Parkplätzen. Aber keine Sorge, sollten Sie den verpassen, fährt morgen um 10 Uhr bereits der nächste.»

Vom Bus aus tat man kaum zehn Schritte, schon war man mitten im weihnachtlichen Markttreiben angekommen. Warme Mützen, bunt gestrickte Handschuhe und bergeweise Schokolade waren das Erste, was einen erwartete. Und gut gelaunte Verkäufer.

Weihnachtsmuffeln bot sich an dieser Stelle die letzte Möglichkeit, sich dem lauten, bunten, aber auch stimmungsvollen, eben weihnachtlichen Geschehen zu entziehen. Denn hatte man sich erst eingereiht in die Kolonne der unzähligen Weihnachtswilligen, die zum Teil eigens per Car nach Bremgarten gereist waren, um den Markt zu besuchen, gab es kein Zurück mehr.

In langsamem Trott führte der Weg über die dezent beleuchtete alte Holzbrücke, vorbei an den wundersamsten Marktständen und ebenso kurligen Verkäufern, bis hinauf durch die Altstadt.

Neben unzähligen Blumengestecken, Wollsachen und Kerzen in allen Farben und Formen, die in der Adventszeit viele Käufer finden, entdeckt in Bremgarten jeder das, was er sich wünscht. Auch wenn er nicht danach gesucht hat. Was es dazu jedoch braucht, sind ein wenig Zeit und ein offenes Auge. Zwischen den nicht enden wollenden Menschenmassen darf man sich ganz dem Zauber überlassen, ohne sich an dem Gedränge zu stören.

Denn neben den grell beleuchteten Essenshäuschen, die von Würsten über Crêpes und Schokobananen bis zum Chnoblibrot und dem weitherum bekannten Christchindli-Glühwein in der Keramiktasse für jeden das Richtige bieten, verbergen sich oft die schönsten Stände, die beinahe übersehen werden könnten.

Aus Schwemmholz gearbeitete Teelichthalter, verkauft vom scheu lächelnden Handwerker persönlich. Nostalgisch anmutende Kissen, verziert mit kleinen Keramik-Engelchen, die nicht erst beworben werden müssen, um Kundinnen zuhauf anzulocken.

Jede nur erdenkliche Ausstechform für Weihnachtsgebäck - vom klassischen Stern und von den beliebten Elchen über Fernweh beschwörende Leuchttürme bis hin zu Katzen, Eisbären und Fledermäusen. Dazu jede Menge Girlanden, Sterne, Herzen und Steinformationen, meist geschmückt mit stilvollen Kerzen, für die perfekte Weihnachtsdekoration zu Hause.

Wer all dem Trubel, nicht aber dem Weihnachtsmarkt für einen Moment entfliehen wollte, konnte sich hoch über den Ständen in einer Gondel des Riesenrads oder oben im Spittelturm ungestört der Lichter der Stadt erfreuen. Dann aber tauchte jeder wieder ein in die Masse der Marktbesucher.

Eines ist an solchen Märkten jedoch sonderbar. Bemerkenswert. Schön zu erkennen. Wer nämlich neben den Augen auch die Ohren geöffnet hatte, konnte mit Staunen feststellen, dass sich die von allen Seiten bedrängten Marktgänger im Stop-and-go der Kolonnen überhaupt nicht aufzuregen schienen.

Im Gegenteil, sie waren gelassen und erfreuten sich ganz einfach etwas länger des Anblicks eines Standes, wenn die Reihe nicht weiterging. Sie lachten und strahlten. Denn jeder weiss, was ihn in Bremgarten erwartet. Nämlich ein tatsächlich weihnachtlicher Zauber, dem man sich zwar verschliessen kann, dies aber am besten nicht tun sollte.