Steinewerfer gefährdeten Leben - Urteil steht noch aus

Steinewerfer gefährdeten Leben

Steinewerfer gefährdeten Leben

Vier jugne Männer standen gestern vor dem Bezirksgericht Kulm: Sie hatten Diebstähle verübt, Autos mutwilig beschädigt und Steine auf Fahrzeuge auf der Autobahn geworfen. Der Staatsanwalt verlangt vor Bezirksgericht Kulm unbedingte Gefängnisstrafen. Das Urteil steht noch aus.

Peter Siegrist

Die Taten der vier jungen Männer, alle sind Secondos mit bosnischer oder kroatischer Staatsbürgerschaft, liegen drei Jahre zurück. Gestern mussten sie in einer siebeneinhalbstündigen Verhandlung vor dem Bezirksgericht Kulm Red und Antwort stehen. Die Angeklagten, heute zwischen 22 und 26 Jahre alt, hatten die ihnen vorgeworfenen Straftaten bereits während der fünftägigen Untersuchungshaft gestanden. Mehr noch, sie sagten vor Gericht aus, sie könnten es heute selber nicht mehr verstehen, was sie im Frühjahr 2007 dazu getrieben habe, als Gruppe straffällig zu werden.

Das Sündenregister, das der Staatsanwalt an der Verhandlung auflegte, war umfangreich: Mehrfach war das Quartett in Läden eingebrochen, zum Beispiel in den Volg in Gontenschwil, und hatte Zigaretten entwendet. Beim Einbruch in eine Garage stahlen die vier Motorradhelme und verursachten dabei einen Sachschaden von mehr als 20000 Franken. Auch Getränkeautomaten wurden aufgebrochen. Mehrmals waren die Männer nachts mit einem Auto unterwegs und zerstörten auf dem Heimweg aus dem Ausgang parkierte Autos. Mit Steinen und Hämmern schlugen sie Scheiben ein und malträtierten die Karosserien.

Steinwürfe auf fahrende Autos

Die Straftaten gipfelten darin, dass die Männer Steine auf Autos warfen. Zweimal geschah dies in Buchs, als sie von einer Böschung am Aarauer Autobahnzubringer T5 mitten in der Nacht von der Seite her Steine auf die Fahrbahn schleuderten. Diese Tat trug ihnen die Anklage «Gefährdung des Lebens und Störung des öffentlichen Verkehrs» ein.

Die Schadensumme der Sachbeschädigungen an Autos und der Einbrüche liegt über 120 000 Franken. Der Staatsanwalt sprach von bandenmässigen Einbrüchen und beantragte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 3 Jahren. Die vier amtlichen Verteidiger bestritten das Bandenmässige bei den Einbrüchen, weil diese spontan und nicht geplant gewesen seien. Im Gegensatz zum Ankläger plädierten zwei Verteidiger bei den Steinwürfen auf die Autobahn auf Freispruch, weil keine Gefährdung des Lebens bestanden habe.

Die Verteidiger verlangten für ihre Mandanten eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten, diese bedingt auf zwei Jahre. Sie begründeten dies damit, dass die Männer seit der U-Haft sich nichts mehr zuschulden kommen liessen und an festen Stellen arbeiteten. Zwei sind Kaufleute, die dieses Jahr eine Weiterbildung in Angriff nehmen werden, die andern beiden sind Handwerker, auch mit beruflichen Perspektiven.

«Eine unbedingte Freiheitsstrafe wäre ein zu grober Schnitt im Leben der Männer», so die Verteidiger. Die Angeklagten leben heute in stabilen sozialen Verhältnissen, zwei noch bei den Eltern, einer wird im April heiraten. Sie zeigten alle Reue und sagten, sie hätten sich in den drei letzten Jahren verändert.

Das Bezirksgericht Kulm unter dem Vorsitz von Christian Märki wird sein Urteil am Dienstag nach Ostern verkünden.

Meistgesehen

Artboard 1