Novartis
Stein kühlt mit Luft und Wasser

Durch ein neues Verfahren konnte im Werk Stein der Energieaufwand für die Kühlung des Datencenters um die Hälfte verringert werden. Novartis zeichnet solche Projekte weltweit aus. 6 von 69 Projekten erhielten einen Award.

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novartis-werk stein

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Aargauer Zeitung

Daniel von Känel

Über vier Milliarden Tabletten, Kapseln, Ampullen, Fläschchen und transdermale therapeutische Systeme werden jedes Jahr in Stein produziert, kontrolliert, verpackt und weltweit versandt. Dies braucht Energie. Ein Teil davon nimmt die Kühlung des Datencenters in Anspruch. Allerdings konnte dieser Energieverbrauch gesenkt werden. «Dank einer ausgefeilten Technik lässt sich der Energieverbrauch bei der Kühlung des Datencenters auf die Hälfte reduzieren», schreibt die Novartis. Auf den Gesamtenergieverbrauch des grössten Schweizer Werks von Novartis in Stein betrage die Einsparung «substanzielle zwei Prozent».

Ressourcen vorhanden

Anstelle der herkömmlichen Art der Kühlung mittels mechanischer Kältemaschinen sei in Zusammenarbeit mit externen Spezialisten eine neue, energieeffizientere Alternative entwickelt worden. Gekühlt werde das Datencenter überwiegend mittels Umgebungsluft und Kühlwasser. «Beide Ressourcen sind in Stein in ausreichender Menge vorhanden», heisst es.

Doch diese neue Lösung ist nicht nur umweltschonender, sie hilft auch Kosten zu senken. Die Novartis spricht von 50 000 Franken im Jahr, die damit eingespart werden. Das Beispiel zeige, dass sich Investitionen in die Energieeffizienz nicht nur unter ökologischen, sondern in vielen Fällen auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnen würden.

Die Novartis Energy Excellence Awards sind bereits zum sechsten Mal vergeben worden. «Mit diesen Auszeichnungen werden Mitarbeitende geehrt und belohnt, die sich für eine Steigerung der Energieeffizienz oder die Einführung erneuerbarer oder alternativer Energietechnologien einsetzten», teilt das Unternehmen mit. Noch nie seien so viele Projekte eingereicht worden wie dieses Jahr.

69 seien es gewesen, dies seien gut 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Die sechs Siegerprojekte kommen von Novartis-Standorten in Österreich, den USA, Deutschland und mit dem Werk Stein auch aus der Schweiz.

Eine achtköpfige internationale Fachjury habe die eingegebenen Projekte in einem mehrstufigen Beurteilungsprozess begutachtet und beurteilt. Dem Gremium gehörten neben drei Spezialisten aus den Bereichen Umwelt und Energie von Novartis auch fünf externe Mitglieder aus Wissenschaft und Praxis an.

Kurze Amortisationszeit

Dank den eingereichten Projekten liessen sich nicht weniger als sechs Prozent des gesamten weltweiten Energieverbrauchs von Novartis einsparen, heisst es. Gleichzeitig könnten direkte und indirekte Emissionen von Treibhausgasen in der Höhe von über 131 Tonnen eingespart werden. Zudem würden jährliche Kosteneinsparungen von rund 25 Millionen Schweizer Franken erwartet. Dies entspreche 6,5 Prozent aller Energiekosten von Novartis. Auch die Amortisationszeit sei erstaunlich kurz. Bei etwas mehr als der Hälfte der Projekte zahle sich die Investition über niedrigere Energiekosten bereits nach einem Jahr oder weniger aus.