Zoll

Steigende Staugefahr beim Zoll?

Einmal mehr werden die Koblenzer mit unerfreulichen Nachrichten konfrontiert: Mit dem Ausbau des Kreisels auf Waldshuter Seite des Zolls soll frühestens 2011 begonnen werden, eventuell noch später, berichtet der «Südkurier».

Angelo Zambelli

Treffen die Recherchen des «Südkuriers» zu, ist das Chaos auf deutscher und auf Schweizer Seite des Zolls unabwendbar: Wenn die Lastwagen ab 2011 nicht mehr am Zoll selbst, sondern in der neuen Anlage auf dem ehemaligen Lonza-Areal abgefertigt werden, bedeutet dies erheblichen Mehrverkehr für die Bundesstrasse Waldshut-Tiengen auf dem Abschnitt vom Rheinübergang bis zum Gewerbepark.

Um diesem Mehrverkehr Herr zu werden, ist der Ausbau der Bundesstrasse auf drei Spuren (mit Einbiegespur für den Zollübergang) geplant. Recherchen der Zeitung «Südkurier» haben nun ergeben, dass in der zweiten Jahreshälfte 2010 mit dem Ausbau der Bundesstrasse von Ost nach West begonnen werden könnte, vorausgesetzt, die Einsprachen sind ausgeräumt. Dem scheint aber nicht so: Der Wirt des Restaurants Fährhaus in unmittelbarer Nähe zum Zollareal hat angekündigt, weiter um seine Rechte zu kämpfen.

Er fürchtet um seine Existenz, weil die Zufahrt zum Haus erschwert wird und nur noch über Umwege erreichbar wäre. Ein weiterer Verzögerungsgrund bei der Behebung der akuten Verkehrsprobleme auf deutscher Seite könnte laut «Südkurier» sein, dass der Ausbau der Bundesstrasse auf drei Spuren unter Verkehr gemacht werden muss, was bedeutend mehr Zeit in Anspruch nimmt als bei einer Vollsperrung.

Gemäss «Südkurier» sprechen die Planer davon, dass sich die Baustelle «Strassenausbau» über zwei Jahre hinziehen könnte. Unter dem Strich müssen die Verkehrsteilnehmer auf deutscher Seite des Zolls so oder so mit längeren Staus rechnen. Planungschef Leo Andlauer vom Regierungspräsidium in Freiburg wird im «Südkurier» mit dem Satz zitiert: «Es wird Verdruss geben.»

Ins Spiel gebracht wird von deutscher Seite einmal mehr der Bau einer neuen Rheinbrücke auf der Höhe des Lonza-Kreisels, damit der Lastwagenverkehr nach der Abfertigung direkt auf die Schweizer Seite gelenkt werden könnte. Zu diesem Vorhaben sagen sowohl die Gemeinde Koblenz als auch der Kanton Aargau weiterhin kategorisch Nein.

Erstaunen in Koblenz

Gemeindeammann Heidi Wanner (Koblenz) zeigte sich auf Anfrage der Aargauer Zeitung erschrocken über die neusten Nachrichten betreffend Zeitplan der Neugestaltung des Zollübergangs auf deutscher Seite. Die Inbetriebnahme der Lastwagen-Abfertigungsanlage auf dem Lonza-Areal bedeute für Koblenz zwar eine wesentliche Erleichterung, sagte Wanner. Sollten jedoch die im «Südkurier» gemachten Zeitangaben zutreffen, würde die Befürchtung der Bevölkerung weitere Nahrung erhalten, die Schweizer Seite versuche die anstehenden Verkehrsprobleme mit viel Aufwand zu lösen, während auf deutscher Seite nur schleppend gearbeitet wird.

Eine Kontaktnahme Wanners mit Waldshuts Oberbürgermeister Martin Albers brachte ein wenig Licht ins Dunkel und liess die Emotionen auf Schweizer Seite auf Normalmass sinken: Albers bestätigte gegenüber seiner Schweizer Amtskollegin, die Planung beim Bau der dritten Spur zwischen dem Lonza-Areal und dem Zollgelände befinde sich im Zeitplan. «Die Behörde von Waldshut-Tiengen hat keine Anhaltspunke dafür, dass sich der Bau der Zusatzspur oder die Umgestaltung des Kreisels beim Zoll wesentlich verändert», sagte Albers.

Infoanlass nächste Woche

Am nächsten Donnerstag informiert der Koblenzer Gemeinderat die Anstösser des Zollaraels über die Absichten des Kantons und der Gemeinde bezüglich Zoll-Neubau und Gestaltung der unmittelbar mit dem Gebäude zusammenhängenden Verkehrsfläche.

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