Jürg Amsler/Daniela Deck

«Das ist eine alte Geschichte.» Madeleine Saurer, Präsidentin von Tourismus Büren, erinnert sich an die Zeit, als sie noch als Gemeinderätin amtete: «Bei der Eröffnung des Restaurants Il Grano wurde ich von meinen Ratskolleginnen und -kollegen beauftragt, ein passendes Geschenk zu suchen.» Das war vor sieben Jahren und die Erinnerungen an den Besuch der Expo.02 noch klar vor Augen.

«Das Schilf bei der Arteplage in Neuenburg hat es mir damals besonders angetan - und schien mir passend für das ‹Il Grano› und die Ländte.» Madeleine Saurers Vorschlag stiess im Rat auf offene Ohren und die vier bis fünf Meter langen Stangen aus leuchtend grünem Kunststoff wurden bei der Firma TSM Perrottet im Waadtland reserviert. Es werden ungefähr 20 bis 30 sein.

Mit grossem Aufwand verbunden

«Dann kam die Sanierung der Ländte dazwischen.» Christoph Abbühl, Bauverwalter in Büren, begründet, wieso seither nichts geschehen ist. « Jetzt, da die Sanierung der Ländte abgeschlossen ist, ist der Zeitpunkt gekommen, dieses Versprechen einzulösen.» Die Stangen sollen nun endlich geholt und in der Aare vor dem «Il Grano» ihren neuen Standort finden.

«Mit dem Transport wird das bestimmt einige tausend Franken kosten, möglicherweise gegen 10 000. Aber das ist kein Problem, denn mit der Ländtesanierung sind wir gut im Budget», sagt Abbühl und: «Wir hätten aber nie gedacht, dass es so aufwändig ist, im Fluss ein paar Stangen zu verankern.

Unzählige Stellen sind involviert, ein Wasserbauingenieur, das Wasserwirtschaftsamt, Fischereiinspektorat, das Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern, die Denkmalpflege und natürlich die BSG.»

Das Schilf wird in Büscheln natürlich so positioniert, dass es die Schiffe nicht stört, unterhalb der Anlegestelle, ungefähr auf der Höhe der Rampe. Der Bauverwalter ist zuversichtlich, dass gegen das publizierte Baugesuch keine Einwände gemacht werden und Schilf bald stehen wird.

Auch Claudio de Luigi vom «Il Grano» freut sich, dass er endlich zu seinem Geschenk kommt. Das «Expo-Schilf» passt schliesslich bestens zu seinem Betrieb im ehemaligen Kornhaus. Immerhin sind bei den Sanierungsarbeiten Metallplatten vom «Monolithen», der während der Expo.02 in Murten für Aufsehen sorgte, verwendet worden.