Aarau
Startschuss für das «Göni»

Das grösste Aarauer Quartierschulhaus wird erneuert und erweitert. Die Freude über den Spatenstich zur knapp 15 Millionen teuren Sanierung war gross.

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Startschuss für das «Göni»

Startschuss für das «Göni»

Hermann Rauber

Es war bitterkalt und Frau Holle schüttelte kräftig ihr weisses Kissen. Trotz dem Schneegestöber schimmerte die Freude über den Start der Sanierungsarbeiten am und im Gönhardschulhaus deutlich durch. Für immerhin 14,99 Millionen Franken soll die Schulanlage im Süden der Stadt Aarau technisch und pädagogisch auf den neusten Stand gebracht werden. Nicht zuletzt zum Wohle der Schülerschaft, die am gestrigen Spatenstich dem «Göni» und der beginnenden Bauzeit gesanglich und musikalisch – durch Peter Roschi und sein Trompetenensemble – die Ehre erwiesen und zum Zeichen des Aufbruchs Ballone in den Stadtfarben gegen den grauen Himmel steigen liessen.

Basis für modernen Unterricht

Natürlich war der Baubeginn nach langen Jahren der Vorbereitung auch für Behörden und Verwaltung ein Freudentag. Man wollte laut Stadtrat Lukas Pfisterer das besondere Cachet und die Substanz des Zeitzeugen aus den letzten 50er-Jahren erhalten, gleichzeitig aber «Voraussetzungen für einen zeitgemässen Unterricht schaffen», sagte Pfisterer. Er betonte, dass die konkrete Projektierung im engen Kontakt mit der Lehrerschaft erarbeitet wurde. Dass das «Göni» über grossen Rückhalt in der Bevölkerung und in der unmittelbaren Nachbarschaft verfügt, zeige die Tatsache, dass gegen das Baugesuch keine einzige Beschwerde eingegangen ist, in Aarau wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Deshalb war der gestrige Akt auch für Projektleiter Emanuele Soldati vom Stadtbauamt ein «Meilenstein».

Das Projekt der Boltshauser Architekten Zürich bringt auf der Ostseite anstelle der bisherigen Abwartswohnung eine neue, grosszügige Aula, die den Schulbetrieb aufwerten wird. Trotz der Ablehnung der vier Kleeblätter der Aargauer Schulreform will man für künftige Veränderungen gewappnet sein und setzt beim Raumprogramm auf «Flexibilität». Bereits realisiert worden sind laut Lukas Pfisterer im Trakt III die Räume für die Tagesstrukturen.

Auf ausdrücklichen Wunsch des Einwohnerrates ist zudem eine teilweise Überdachung der Pausenplätze in das Projekt einbezogen worden. Keine Chance hatte hingegen der Antrag auf den Bau einer zweiten oberirdischen Turnhalle für das Gönhardschulhaus. Abgelehnt hat das Parlament schliesslich auch die Forderung nach der Installation einer künstlichen Belüftungsanlage. Gelungen ist aber die Absicht, die gesamte Anlage mit dem Minergie-Standard auszurüsten.

Etappenweise Realisierung

Die Bauzeit dürfte sich laut Stadtrat Lukas Pfisterer knapp zwei Jahre hinziehen. Nach der neuen Aula werden die drei Trakte der Reihe nach saniert. Der Schulbetrieb im Gönhard wird dank Provisorien durchgehend aufrechterhalten. «Gewisse Immissionen» seien nicht zu vermeiden, doch zähle man auf das Verständnis der Schüler- und der Nachbarschaft.