Fritz Thut

In Seengen stösst das Areal zwischen der Poststrasse und dem markanten Sheddach-Gebäude der Chestonag AG, auf den Stirnseiten eingefasst vom Wächterweg und von der Dreierstrasse, auf besondere Beachtung: Jahrelang standen hier zwei verlotterte Liegenschaften, die auch an Gemeindeversammlungen für Gesprächsstoff sorgen: «Wann verschwinden diese Schandflecken endlich?», lautete der Tenor. Rechtzeitig vor dem Jugendfest 2008 wurden die beiden Abbruchhäuser dem Erdboden gleichgemacht (AZ vom 15. Mai 2008). Inzwischen steht fest, was hier Phönix gleich aus der Asche aufsteigen soll.

Neu mit vier Häusern

Die Seoner Firma Seetalhome.ch erstellt hier, an exponierter Lage an der Seenger Poststrasse unmittelbar angrenzend an die Dorfkäserei, in den nächsten anderthalb Jahren eine moderne Überbauung mit 4 Mehrfamilienhäusern und 29 Wohnungen.

Ursprünglich waren lediglich drei Baukörper geplant, doch der Bauherr konnte sich noch eine weitere Parzelle sichern, «so erreichen wir eine eine einheitliche, in sich geschlossene Überbauung», hält Josef Mathys von der Seetalhome.ch fest. Die Baubewilligung für das vierte Haus, bereits erteilt nach den Regeln der künftigen Bau- und Nutzungsordnung, liegt seit letztem November vor.

Entsprechend der Häuserzahl hat das Ensemble den Namen Quadro erhalten. Die Eigentumswohnungen sind ausgelegt «für gute Mittelstandsbürger, die zukunftsgerichtetes Wohnen, ausgerüstet mit modernster Technik, schätzten».

Premiere in Minergie

Gemäss Mathys handelt es sich hier um die erste derartige Überbauung in Seengen, die die neuen, strengeren Minergie-Richtlinien erfüllt. Die Energie wird via Wärmepumpen aus Erdsonden bezogen. Mit einem speziellen Komfort-Lüftungssystem wird zusätzlich rund die Hälfte der Heizenergie wieder zurückgewonnen.

Um die Ressourcen zu schonen, werden zudem für jede Wohnung die Heizkosten, aber neu auch die Warmwasserkosten, separat gemessen und verrechnet. «Damit können wir hier das reine Kostenverursacherprinzip durchziehen», so Ma-thys. Wer effektiv weniger Energie ver(sch)wendet, spart hier auch wirklich Geld.

Für Minergie-Eigentumswohnungen gewähren die Banken speziell günstige Bedingungen und die Wiederverkaufspreise liegen rund 5 Prozent höher als bei herkömmlichen Wohnungen.

Für Mathys ist ein weiteres Plus dieser Überbauung, dass kein Bewohner sein Auto überirdisch parkieren muss. Durch die grosse Tiefgarage mit rund 60 Plätzen, erschlossen mit der gleichen Rampenabfahrt wie die Chestonag, «haben wir mehr Platz für Grünflächen zwischen den Gebäuden».

Etappenweise Realisierung

Die vier Gebäude werden etappiert realisiert: Bereits in diesem Dezember soll das Haus A mit 10 Wohnungen fertig erstellt sein. Im nächsten Jahr folgt im April Haus B mit 8 Wohnungen, im Juli Haus C mit 4 Wohnungen und im Oktober Haus D mit 7 Wohnungen.