Energieeffizienz
Starke Energieeffizienz-Förderung auch 2010

Dank 14 Millionen Franken zur Förderung von alternativen Energien werden im Aargau über 3500 Gebäude umgebaut. Obwohl das Geld aufgebraucht ist, ist der Boom von Wärmepumpen und Solarpannels deswegen kaum zu Ende.

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Sabine Kuster

Der Kanton muss sein Förderprogramm «Energieeffizienz 2009» schon vor Jahresende am 13. November stoppen, weil das Geld abermals aufgebraucht ist (MZ vom 7.11.). Bereits im Juni waren die anfangs gesprochenen finanziellen Mittel aufgebraucht und der Regierungsrat musste im August beim Grossen Rat einen Zusatzkredit von knapp 5 Millionen beantragen. Auch dieses Geld ist nun bereits für Sanierungen und energieeffiziente Neubauten im Kanton vergeben: Mehr als 3500 Gesuchsteller haben von den 14 Millionen (inklusive Bundesgelder) profitiert - und ihrerseits rund 140 Millionen Franken investiert. «Das hat die Konjunktur in einem wirtschaftlich schwierigen Jahr unterstützt», sagt der Leiter der Fachstelle Energie, Werner Leuthard.

Doch was geschieht nach dem 13. November? Später eingereichte Gesuche für die Modernisierung der Gebäudehüllen erhalten nur noch die normalen Beiträge der Stiftung Klimarappen. Und Gesuche für Sonnenkollektoren, Wärmepumpen, Holzfeuerungen und Minergie nur noch Unterstützung durch das ordentliche Förderprogramm des Kantons. Die Verdoppelung der Beiträge des Klimarappens durch den Kanton entfällt.

Vom Bund kommt mehr Unterstützung

Werner Leuthard sagt jedoch: «Das Ziel ist, dass die finanziellen Mittel zur Energieeffizienzförderung 2010 etwa die selben sind wie 2009 - vorausgesetzt der Grosse Rat bewilligt sie im Dezember.» Zudem tritt ab Januar 2010 die CO2-Teilzweckbindung des Bundes in Kraft und löst den Klimarappen ab. Dadurch werden 2010 bis zu 200 Millionen Franken für ein schweizweit harmonisiertes Gebäudeprogramm zur Verfügung stehen: zwei Drittel für Gebäudehüllen, ein Drittel für die Haustechnik. Bei der Haustechnik müssen die Kantone mindestens gleich viel beitragen, wenn sie ein Gesuch bewilligen. Die Aufteilung der 200 Millionen auf die Kantone erfolgt erst 2010.

Co-Präsident der Grünliberalen, Felix Jenni, glaubt, dass das Potential bezütlich Gebäudeeffizienz noch lange nicht ausgeschöpft ist. «Der Boom wird noch mehrere Jahre anhalten», sagt er. Der Energiespezialist der FDP, Bernhard Scholl, würde dies ebenfalls freuen, allerdings müsse die Effizienz gesteigert und die Bürokratie abgebaut werden.

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