Langenthal
Stapi Thomas Rufener als Raubtierbändiger?

Raubtierdompteur René Strickler ist auf der Suche nach einem neuen Standort für seinen Raubtierpark. Stadtpräsident Thomas Rufener traf ihn zu einem Gespräch. Stricklers Vision von einer «Dschungelwelt» wäre für Langenthal eine Touristenattraktion und zugleich ein Jahrhundertprojekt.

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Rauptierpark-Versammlung

Rauptierpark-Versammlung

az Langenthaler Tagblatt

Walter Ryser

Auf der Redaktion dieser Zeitung fand am Montagabend ein nicht alltägliches Treffen statt: Der weltbekannte Raubtierdompteur René Strickler traf sich mit Langenthals Stadtpräsident Thomas Rufener und dem Präsidenten der Burgergemeinde Langenthal, Marc Howald. Anlass für das Treffen ist Stricklers Suche nach einem neuen Standort für seinen Raubtierpark. Initiert hatte das Treffen diese Zeitung.

Grosszügige Anlage geplant

Für seine Raubtiere ist René Strickler kein Aufwand zu gross und nur das Beste gut genug. Deshalb ist für ihn klar: «Wenn ich von Subingen an einen andern Ort ziehen muss, dann will ich dort eine ganz andere, viel grosszügigere Anlage realisieren.» Das Projekt liegt bereits «pfannenfertig» vor und nennt sich «Jungleworld» (Duschungelwelt).

Update

Im Sommer kündigte die Espace Real Estate den Mietvertrag mit René Stricklers Raubtierpark in Subingen. Obwohl der Raubtierdompteur auf Mieterstreckung klagt, ist absehbar, dass er Subingen verlassen muss. Diese Zeitung hat im Frühjahr mit der Burgergemeinde Langenthal einen Aprilscherz lanciert und wollte die bis zur Fertigstellung des Bärenparks heimatlosen Berner Bären im Hirschpark ansiedeln. Stricklers Probleme in Subingen nahm diese Zeitung zum Anlass, den Aprilscherz Realität werden zu lassen und statt Bären, Tiger und Löwen in Langenthal anzusiedeln. (war)

Geplant war die 45 000 Quadratmeter grosse Anlage ursprünglich im freiburgischen Dompierre (bei Avenches). Sämtliche Bewilligungen lagen vor - doch plötzlich stieg einer der Investoren für das 30-Millionen-Projekt aus. Weil die Bewilligungen nur für ein Jahr Gültigkeit hatten, steht Strickler auch hier wieder am Anfang. Zudem habe er gemerkt, dass mögliche Investoren lieber in einen Park im Mittelland investieren würden.

Also sucht er die Umgebung nach interessierten Gemeinden ab. Strickler ist überzeugt: «Der geplante Raubtierpark wäre eine Attraktion für jede Gemeinde.» Gerade für jene im Mittelland, denn: «Hier wurde in den letzten Jahrzehnten viel für die Industrie getan, jetzt sollte man auch etwas für das Freizeitvergnügen von Familien tun.» Dabei verwies er auf eine kürzlich in Deutschland veröffentlichte Studie, wonach des deutschen liebste Freizeitbeschäftigung der Besuch eines Zoos ist.

Die Vorstellungen Stricklers über den neuen Raubtierpark liessen Langenthals Stadtpräsidenten Thomas Rufener (SVP) zweimal leer schlucken. «Wir sind immer interessiert an guten Ideen», zeigte er sich vorsichtig - um dann seine Gefühle als Stapi offen kund zu tun: «Die von ihnen geäusserten Flächenvorstellungen sind für uns beträchtlich», sagte Rufener, der den neuen Raubtierpark als visionäres Projekt bezeichnete.

Es sei eine stolze Herausforderung für René Strickler, eine solch grosse, zusammenhängende Fläche im Mittelland zu finden, die nicht all zu weit abseits der Verkehrsströme liege, so Rufener. Auch für die Langenthaler Burger scheint «Jungleworld» eine Nummer zu gross zu sein. «Von den uns zur Verfügung stehenden Flächen sind wir ebenfalls eingeschränkt», bemerkte Marc Howald.

Ein Gewinn für die Region

Strickler hielt demgegenüber fest, dass es sich beim Projekt Dschungelwelt um eine optimale Lösung handle. An dieser Stelle hakte Rufener wieder ein: «Vom Ansatz her finde ich das ganze äusserst interessant.» Rufener glaubt, dass in Langenthal höchstens eine Fläche von 30 000 bis knapp 40 000 Quadratmeter zur Verfügung gestellt werden könnte. Das entspräche immerhin einer doppelt bis fast dreifach so grossen Fläche wie der aktuelle Raubtierpark in Subingen.

Howald seinerseits wies darauf hin, dass es zu berücksichtigen gelte, dass für viele Landflächen in Langenthal Pachtverträge bestünden und zudem auf ein solches Projekt ein mühsamer Prozess zukomme (Landumzonung, Bewilligungen, Einsprachen).

René Strickler liess sich aber nicht entmutigen: «Ein Raubtierpark würde Langenthal gut anstehen, er wäre ein Gewinn für die Region.» So einigte man sich darauf, die Informationen zu verarbeiten, auf sich wirken zu lassen und sich anfang Jahr eventuell zu einer weiteren, detaillierteren Gesprächsrunde zu treffen. Fortsetzung folgt...

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