Louis Probst
«Mir gefällt die gute Stimmung im Stapferschulhaus», sagt Lilja, die Viertklässlerin. «Aber auch die Mauern des Schulhauses mit den Steinen finde ich so schön. Nein. Ich möchte lieber nicht in einem ganz modernen Schulhaus zur Schule gehen. Ich finde, das alte Schulhaus ist einfach schöner.» Liljas Klassenkamerad Janisbiad erklärt: «Mir gefällt am Stapferschulhaus besonders der Haupteingang, weil es dort so viel Stein und Holz hat. Mir gefällt überhaupt, dass es im Stapferschulhaus überall so schönes Holz hat. Man sieht auch, dass das Holz nicht mehr ganz neu ist.»

Bezug am 8. Januar 1910
Ganz neu ist es wirklich nicht mehr, das Holz und mit ihm auch das Stapferschulhaus. Im Januar des kommenden Jahres sind es 100 Jahre her, dass das Schulhaus bezogen werden konnte. «Der Bau war zwar noch im Jahre 1909 fertig gestellt worden», sagt der Schulpfleger und Historiker Titus Meier. «Der Bezug erfolgte aber erst am 8. Januar 1910. Daher haben wir das Geburtstagsfest auch ins nächste Jahr gelegt.» Denn sang- und klanglos soll der runde Geburtstag des Stapferschulhause nicht vorbeigehen.

«Immerhin», so Titus Meier, «war und ist das Stapferschulhaus für die Stadt Brugg von grosser Bedeutung und sein Bau erforderte eine grosse Investition.» Das Stapferschulhaus ist zudem eines der Werke des bekannten Brugger Architekten Albert Froelich (1876 bis 1953). Von Albert Froelich stammen in Brugg unter anderem das Vindonissa- Museum und die Abdankungshalle. «Zufälligerweise passt das Jubiläum des Stapferschulhauses auch in den Rahmen des Jubiläums ‹175 Jahre Aargauer Volksschule›, das im nächsten Jahr ansteht», sagt Titus Meier. Schliesslich hat das Schulhaus seinen Namen nach dem Brugger Bürger Philipp Albert Stapfer (1766 bis 1840), der sich als helvetischer Minister stark für die Bildung eingesetzt hatte. Auch das verpflichtet.

Inzwischen ist im Stapferschulhaus ein Kernteam gebildet worden, das sich mit den Vorbereitungen für eine gebührende Geburtstagsparty befasst.

«Was sind 100 Jahre?»
«Die zentrale Frage bei diesem Jubiläum besteht darin, wie sich ein Zeitraum von 100 Jahren den Kindern der Primarschule vermitteln lässt», stellt Schulhausleiterin Barbara Iten fest. Ein Eckpunkt des Jubiläums, das vom 3. bis 8. Mai 2010 gefeiert wird, ist daher eine Projektwoche der Schülerinnen und Schüler zum Thema «Was sind 100 Jahre?».

Vorgesehen ist zudem, am 7. Mai 2010, ein internes Jubiläumsfest für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen. Und am 8. Mai findet das öffentliche Jubiläumsfest für die Eltern der Schulkinder und für die Bevölkerung statt. Vorgesehen sind unter anderem Führungen durch das Schulhaus und hinauf ins Türmchen, in das Wahrzeichen des Stapferschulhauses. «Dabei sollen Schülerinnen und Schüler als ortskundige Führer amten», erklärt Barbara Iten. Geplant sind zudem verschiedene Ausstellungen mit Fotos und Gegenständen aus dem Schulbetrieb im Stapferschulhaus. Und Edy Zanin wird einen Film über das Stapferschulhaus zusammenstellen.

Bereits im Vorfeld der Jubiläumswoche werden ein Vortrag und Führungen zum Thema «Froeliches Brugg» - auf den Spuren des Architekten Albert Froelich - angeboten. Mit von der Partie beim Jubiläum ist übrigens auch das Vindonissa-Museum. Es verlängert die laufende Sonderausstellung, in der Albert Froelich, dem Architekten des Stapferschulhauses, eine wichtige Rolle zukommt, bis zum 8. Mai 2010.