Standplatz weiterhin umstritten

Umstritten: Dieser Standplatz für Fahrende in Spreitenbach wurde 2006 eingerichtet – befristet bis März 2010. Er soll jetzt definitiv werden. (Walter Schwager/Archiv)

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Umstritten: Dieser Standplatz für Fahrende in Spreitenbach wurde 2006 eingerichtet – befristet bis März 2010. Er soll jetzt definitiv werden. (Walter Schwager/Archiv)

Im Kanton Aargau sollen fünf Halteplätze für Fahrende im Richtplan verankert werden. Über den provisorischen Standplatz in Spreitenbach gibt es heisse Diskussionen.

Mathias Küng

Der Aargauer Regierungsrat will den kantonalen Richtplan um ein Kapitel zu Halteplätzen für Fahrende erweitern. Es geht um fünf bestehende Stand- beziehungsweise Durchgangsplätze. Vier davon sind für Schweizer Fahrende reserviert: der Standplatz in Spreitenbach, der Durchgangsplatz in Aarau, der Winter-Durchgangsplatz in Windisch sowie der Durchgangsplatz in Zofingen. Für ausländische Fahrende wurde 2003 der Durchgangsplatz in Kaiseraugst erstellt.

Laut Jörg Hartmann, Leiter der Fachstelle Fahrende im Aargauer Baudepartement, sind die Plätze in Aarau, Kaiseraugst, Windisch und Zofingen unbestritten. Der Gemeinderat von Spreitenbach lehnt jedoch die Überführung «seines» bis 2010 befristeten Standplatzes für zwei Familien in eine definitive Lösung ab. Er widersetze sich ohne Begeisterung einer Richtplaneintragung jedoch nicht, sofern die Kosten vollumfänglich durch den Kanton übernommen werden. In Spreitenbach hat das Stimmvolk unlängst eine Zonenplanänderung für diesen Platz abgelehnt.

Neue Plätze: Bisher ohne Erfolg

Die genannten Plätze decken jedoch laut Hartmann den «nachgewiesenen Grundbedarf» bei weitem nicht ab. Deshalb wollte die Aargauer Kantonsregierung zusätzlich zu den fünf bisherigen Standorten vier weitere dazugewinnen. In der Zwischenzeit haben laut Hartmann mit vielen Gemeinden Gespräche stattgefunden. Bis jetzt will aber keine von ihnen für einen Platz Hand bieten.

Hartmann hofft, dass die Suche nach Standorten etwas leichter wird. Er kennt natürlich die grossen Vorbehalte in der Bevölkerung vorab vor ausländischen Fahrenden. Und streicht deshalb heraus, acht der neun angepeilten Plätze seien nur für Schweizer Fahrende, «die Schweizer Bürger sind, hier Steuern zahlen, Militärdienst leisten und normal in einer Gemeinde, eben der Standplatzgemeinde, einen festen Wohnsitz haben».

Wenn das Kantonsparlament der Richtplan-Ergänzung zustimmt, wird der Standplatz in Spreitenbach definitiv. Für die Umsetzung des Halteplatz-Konzepts hatte das Parlament bereits 2007 einen Kredit von zwei Millionen Franken beschlossen.

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