Markthalle
Stahlträger halten Basler Markthalle während der Bauarbeiten auf den Füssen

Auf der Viadukt-Seite wird die Baugrube für das Hochhaus gegraben. Auf der Bahnhof-Seite reisst ein Bagger das Gondrand-Gebäude nieder.

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Markthalle Basel

Markthalle Basel

bz Basellandschaftliche Zeitung

Reto Anklin

Die Markthalle beim Bahnhof SBB steht derzeit zumindest auf den ersten Blick auf wackligen Füssen. Um neben der Halle Platz für das 14-stöckige Hochhaus zu schaffen, wurde das Nebengebäude auf der Seite Steinentorstrasse abgerissen. Und für die Baugrube graben die Arbeiter dem denkmalgeschützten Kuppelbau nun fast den Boden unter den Füssen weg. «Unter dem Hallenboden werden bis zu vier zusätzliche Geschosse erstellt», erklärt Simone Britschgi, Sprecherin des Bauherrn Allreal Markthalle AG.

Thomas Lutz, Adjunkt des Basler Denkmalpflegers, spricht von einer «grob-chirurgischen Angelegenheit». «Der jetzige Zustand sieht ziemlich heftig aus», sagt Lutz. Zu diesem Eindruck trägt auch der Abriss des Gondrand-Gebäudes bei: Dort nagt ein Bagger mit einer riesigen Zange am 1972 erstellten Gebäude. Er macht den Blick wieder frei auf den ursprünglichen Eingang zur Markthalle. Für Alexander Schlatter, Leiter der Denkmalpflege Basel-Stadt, ist die freie Sicht auf die Kuppel ein denkmalpflegerischer Gewinn. «Dafür bekommen wir auf der Viaduktseite den Turm.» Und, fügt er bei: «Die Halle war unterhaltsbedürftig», sagt er.

Weitere Massnahmen folgen

Damit die freigelegten Kuppelpfeiler den Belastungen während der Bauarbeiten nicht nachgeben, werden sie mit Stahlträgern gestützt. «Die montierten Träger sind nur der erste Teil von umfangreichen Stabilisierungsmassnahmen, welche mit fortschreitendem Aushub noch folgen werden», erklärt Ingenieur Dominik Weiss vom Büro Ulaga Partner. «Die temporären Abstützungen werden die Halle während der Bauzeit stabil halten.» Um die Statik der Halle mit ihrer 60-Meter-Kuppel nicht zu gefährden, waren umfangreiche Berechnungen nötig. Unter anderem musste berücksichtigt werden, dass die Halle künftig beheizt wird. Die 1929 erstellte Betonkuppel befindet sich nicht zuletzt deshalb noch in einem derart guten Zustand, weil sie nicht beheizt wurde und innen und aussen die gleichen Temperaturen herrschten.

Der Bau des 14-stöckigen Hochhauses mit 47 Wohnungen beginnt im März. In der Markthalle sind Läden und eine Event-Fläche geplant. Die Bauzeit für das 65-Millionen-Franken-Projekt beträgt drei Jahre.

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