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Stahlkolosse für die Rohrturbine

Mit schwerem Gerät ist Millimeterarbeit auf der Kraftwerkbaustelle gefragt. Seit einigen Wochen treffen auf Spezialfahrzeugen riesige Maschinenteile für die erste von vier Turbinen ein. Portalkranen hieven die Stahlkolosse hoch und versenken sie schliesslich ins Gebäude.

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Aargauer Zeitung

Peter Rombach

Ein 100 Tonnen schweres Generatorenteil musste vorgestern eingehoben und montiert werden. Projektleiter Helmut Reif geht davon aus, dass am 11. Dezember das Laufrad der ersten Turbine eintrifft, dessen Schaufeln übrigens in Brasilien gefertigt und beim Kraftwerkbauer Voith im deutschen Heidenheim montiert wurden. Die Montage der Generatoren erledigte Alstrom im schweizerischen Birrfeld. «Dass für unsere Grossbaustelle zwei Konkurrenten zusammenarbeiten, ist sicherlich die Ausnahme», schmunzelt Armin Fust, Projektverantwortlicher Neubau Wasserkraftwerk Rheinfelden, an einer Medienorientierung.

Nebenbei wartet Fust auch mit einigen Zahlen auf. Jeder Maschinensatz bringt es total auf 750 Tonnen, die einzelne Maschinenleistung beträgt 25 Megawatt, der maximale Durchfluss erreicht 375 Kubikmeter pro Sekunde.

Die Experten von Energiedienst gehen davon aus, dass die erste Maschine nächsten Juni den Probelauf absolviert und bereits Strom produzieren kann. «Danach ist vorgesehen, im Zweimonatsrhythmus die weiteren Turbinen in Betrieb zu nehmen», erläutert Projektleiter Reif.

Parallel zum Bau des Maschinenhauses erfolgte die Rheineintiefung auf einer Länge von 1,8 Kilometern im Unterwasserbereich. Laut Reif muss-ten eine Million Kubikmeter Fels herausgebrochen werden. Ziel der Aktion: «Wir optimieren die Fallhöhe des Wassers und damit die Leistung des Kraftwerks.» Bis Ende Jahr sollen die Ausbaggerarbeiten vollendet sein.

«Der Bau kommt jetzt in seine entscheidende Phase», verbreitet ED-Chef Martin Steiger viel Zuversicht, «gut im Zeit- und Kostenrahmen» zu liegen. Die Projektgruppe sowie die externen Firmen hätten bislang Hervorragendes geleistet. «Mit dem Neubau des Wasserkraftwerks setzt Energiedienst neue Massstäbe hinsichtlich der Umweltverträglichkeit», wendet sich Steiger einem anderen Thema zu. In dem Teilabschnitt des Rheins seien 65 ökologische Einzelmassnahmen vorgesehen.

Als «Herzstück» betrachtet Steiger das auf 900 Meter Länge und etwa 60 Meter breite geplante «Umgehungsgewässer» im Bereich des heutigen Kraftwerkkanals, wo ein «strukturreicher Lebensraum» für Fische und Kleinlebewesen entstehen könnte. Voraussetzung allerdings: Abbruch des alten, im Wege stehenden Maschinenhauses. Die Fertigstellung des Biotops ist für Anfang 2011 angedacht.