URsula Keller

Die dritten Schweizer Kunstturntage in Rheineck sind das letzte grosse Stelldichein der Schweizer Kunstturn-Elite vor der Sommerpause. Dank einem sturzfreien Wettkampf gelang der Turnerin des Kutu Urdorf am Samstag der Sprung aufs Podest des prestigeträchtigen Anlasses. In Absenz der Schweizer Nummer eins Ariella Kaes-
lin musste Stämpfli nur der jungen Aargauerin Jessica Diacci den Vortritt lassen.

Linda Stämpfli zeigte sich dementsprechend zufrieden mit ihrer Leistung. «Die Übungen waren allgemein gut, ich bin sehr zufrieden», resümiert sie ihren Auftritt. In jüngster Vergangenheit lief es schliesslich nicht immer so rund. Der Tiefschlag von der EM in Birmingham, als sie im Teamwettkampf zweimal in der Stufenbarrenübung stürzte, sitzt noch in den Knochen. «Von da her war es schon schön, zu zeigen, dass ich es doch noch kann», beschreibt Stämpfli die durch den jüngsten Erfolg erfahrene Genugtuung.

Die nächste Zeit wird die22-jährige Handelsmittelschülerin sportlich etwas ruhiger angehen. Für die Kunstturnerinnen des Nationalkaders stehen zwei Wochen Sommerferien an – im Turnerjargon heisst das, dass dennoch täglich Beweglichkeit und Kraft trainiert werden. Ein Alltag, den die seit 2001 im Leistungszentrum Magglingen trainierende Stämpfli gewohnt ist und nicht beklagen mag.

Im Herbst folgen die nächsten turnerischen Höhepunkte. Die WM in Rotterdam ist auch ein erklärtes Ziel von Routinier Stämpfli. Nach 2005 und 2006 strebt sie die dritte Teilnahme an Welttitelkämpfen an. Hierzu trainiert die Kunstturnerin, die am liebsten Barren und Boden turnt, weiterhin intensiv den Mehrkampf. In den einzelnen Übungen plant sie zwar einige Elemente zu erschweren, aber primär soll die Sauberkeit in
der Ausführung perfektioniert werden.

Rund einen Monat vor der WM tritt Stämpfli zu ihrem nächsten Wettkampf, den Schweizer Meisterschaften der Elite in Egg, an. Eine konkrete Zielsetzung mag sie nicht formulieren. «In erster Linie will
ich bis dahin verletzungsfrei bleiben und gut turnen», stapelt Stämpfli, die immerhin zwei Vizemeistertitel auszuweisen hat, tief. Immerhin möchte sie dort so gut turnen, dass ihr ein Platz im WM-Team zugesprochen wird. Schliesslich möchte sie auch auf internationaler Ebene wieder zeigen, dass sie es doch noch kann.