Schlieren
Stadtrat will keine Plastiksammelstelle eröffnen

Das Wiederverwerten von Plastikabfällen biete zwar ökologische Vorteile, der Stadtrat fürchtet aber vermehrtes illegales Entsorgen bei den Sammelstellen.

Sidonia Küpfer
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Plastiksäcke

Plastiksäcke

Keystone

Der Stadtrat will vorläufig keine zusätzliche Plastiksammlung in Schlieren einführen. Bei der Prüfung des von Alt-Gemeinderätin Trudy Schönbächler (CVP) eingereichten Postulats waren die Ergebnisse der ökologischen Bilanz, der Kostenschätzung, aber auch Bedenken über die Sauberkeit bei den Sammelstellen ausschlaggebend, wie der Stadtrat in einer Mitteilung schreibt.

In ihrem Postulat hatte sich Trudy Schönbächler dafür starkgemacht, dass, was aus kostbarem Öl produziert wurde, am Ende auch wieder Öl liefern soll. Sie schlug dem Stadtrat vor, zu prüfen, ob an den Sammelstellen für Glas und Ähnliches auch ein Sammelsack für Plastik bereitgestellt werden könnte und begründete dies damit, dass Plastik als «eine neue Energiequelle der Zukunft» gelte.

Der Stadtrat nahm dieses Postulat entgegen und prüfte die Idee. Heute werden die Plastikabfälle von der Kehricht- und Sperrgutabfuhr abgeholt und im Kehrichtheizkraftwerk Dietikon durch Verbrennung in Energie umgewandelt. Das von Schönbächler vorgeschlagene Unternehmen Plastoil betreibt in Baar eine Wiederverwertungsanlage für Plastikabfälle. Daraus könne hochwertiges Produktöl gewonnen werden. In Baar wird eine Unterteilung der Abfälle vorgenommen. Weil bei den 400-Liter-Säcken das Hohlvolumen gross ist, sei es empfehlenswert, die Abfälle mittels eines Presscontainers nach Baar zu bringen. Aus diesem Grund müsste auf dem Werkhof eine Vorsortierung des Plastiks gemacht werden.

Stadtrat prüfte drei Varianten

Der Stadtrat prüfte drei Organisationsvarianten: Bei der ersten würden Plastoil-Säcke an den Sammelstellen aufgestellt und separat eingesammelt. Der Stadtrat erwartet aber, dass in diesen Säcken auch nicht wiederverwertbare Plastikabfälle landen würden – die Entsorgung dieser Abfälle würde zulasten der Stadt gehen, weil die Abfallsünder nicht mehr ausfindig gemacht werden könnten. Es sei mit Kosten von rund 61000 Franken zu rechnen. Die zweite Variante wäre es, eigene Säcke der Stadt aufzustellen und die Abfälle auf dem Werkhof zu sortieren. Sie wird mit Kosten von 41000 Franken veranschlagt. Die dritte Möglichkeit wäre, die Plastikabfälle auf dem Werkhof abzuliefern. Für die Betreuung der Sammelstelle und die Vorsortierung braucht es personelle Ressourcen und Platz. Der Stadtrat errechnete Kosten von 18000 Franken pro Jahr.

In seinen Schlussfolgerungen schreibt der Stadtrat, dass zwar die ökologischen Vorteile einer Plastik-Wiederverwertung unbestritten seien, dass aber der Transport der Abfälle nach Baar die Ökobilanz erheblich verschlechtere. Die geschätzten Kosten belasteten die Gebührenrechnung des Abfuhrwesens und schliesslich sorge man sich auch um die Sauberkeit und Ordnung um die Sammelstellen: Wenn der Sack voll sei, würden die Abfälle einfach dort abgestellt – dies widerspreche auch der Strategie, die Sammelstellen künftig unterirdisch zu betreiben.