Stadthaus-Hof
Stadthaus-Hof wird zum Beizli

Zwei Neuigkeiten präsentierte der Bürgerrat im Stadthaus: Ein Gemälde des Künstlers Kurt Pauletto und den zauberhaften Innenhof für die Gäste des Stadthauscafés.

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Bürgerrat, Café

Bürgerrat, Café

Aargauer Zeitung

Michèle Faller
Vor dem Stadthaus posiert lächelnd Margaretha Merian-Burckhardt, Wange an Wange mit ihrem Gatten Christoph. Hoch über ihren Häuptern schwebt das Baslerdybli, das sich soeben von den zwei Dimensionen der Briefmarke verabschiedet hat. Weder eine Reise in die Vergangenheit noch ins Reich der Träume ist für derartige Visionen nötig. Es reicht, ein paar Schritte ins Stadthaus der Gegenwart zu tun und einen Blick auf das brandneue Bild des Basler Künstlers Kurt Pauletto zu werfen.

Offen für Neues
Das Auftragswerk der Bürgergemeinde der Stadt Basel «Rund um das Stadthaus» wurde von Bürgerrätin Sonja Kaiser-Tosin präsentiert. «Das Bild zeugt gleichzeitig von vergangenen Zeiten und der Offenheit für Neues - und passt so sehr gut zur Bürgergemeinde.» Bürgerratsschreiber Daniel Müller ergänzte, mit dem neuen Bild kämen nicht nur die scharfen Konturen der Architektur, sondern auch die Emotionen des Hauses zur Geltung.

«Wenn mir jemand vor 20 Jahren gesagt hätte, ich solle ein Historienbild malen, wäre ich vor Schreck erstarrt», gestand der Maler Kurt Pauletto. Mittlerweile habe er sich belehren lassen, dass ein Bild mit historischem Bezug keine «Schwarte» sein müsse. Und das ist das neue Bild beileibe nicht. Die Fassade leuchtet bunt; wie von Reflexionen des sommerlichen Sonnenlichts - und wegen den rotweissen Storen und grünen Vorhängen vergangener Zeiten. In der Luft schweben Reminiszenzen an Gegenwart und Vergangenheit, und auch das Ehepaar Merian, der Stadtläufer Hans Ulrich Schellenberg und der Architekt des Stadthauses, Samuel Werenfels, kommen nicht als gestrenge Ahnen daher, sondern als freundliche und menschliche Zeitgenossen.

Mit Charme und Witz erklärte der Künstler, dass der Hermeshelm auf die Kaufmannschaft verweise, als dessen Sitz das Stadthaus 1771 gegründet wurde; das Baslerdybli auf dessen Funktion als Posthaus. Der Storch stehe fürs legendäre Gasthaus Storchen, das einst neben dem Stadthaus stand. Dort sei getanzt, Billard und Schach gespielt worden, und Vater Pauletto Senior - im Gilet mit Uhrenkette - habe sich dort ab und zu ein «Gnagi» genehmigt.

Bewirtung im Innenhof
Die zweite Neuheit ist die Bewirtschaftung des Innenhofs durch das Stadthauscafé. Astrid Eisenhut-Sattler, die das Café im Februar übernommen und mit einer extravaganten Lampe sowie neuen Kaffeemaschinen für einen echt italienischen Kaffee ausgestattet hat, bedient ihre Gäste seit Juni auch unter freiem Himmel - mit sichtlicher Begeisterung: «Wir haben grosse Freude am Hof; er ist ein richtiges Bijou!» Die Bürgerrätin Sonja Kaiser Tosin fasst strahlend zusammen: «So haben wir von Dienstag bis Sonntag Tag der offenen Tür.»

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