Roman Huber

Still und leise ist es am Schluss über die Bühne gegangen. Die Einsprecher sind auch nicht mehr eingeladen worden, ihren Kommentar zum abgeänderten Baugesuch anzubringen. So hat der Stadtrat am 21. Dezember das Baugesuch der SBB für ihre baulichen Eingriffe am Bahnhofgebäude und die – allerdings auf fünf Jahre befristete – Platzierung eines Containers, der zu einem guten Stück unter das historische Perrondach zu stehen kommt, bewilligt. Aus Sicht der Einsprecher hat es auch etwas Positives an sich: Damit werden die Stellwerk- und Betriebskabine sowie der Kioskanbau verschwinden. Zudem müssen die SBB einige Auflagen beachten.

Offenbar zäh verhandelt

Streitpunkte waren insbesondere der besagte Container für die Rail Clean (als Solitär bezeichnet) sowie die beiden Türdurchbrüche in den beiden seitlichen Fassaden des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Diese waren für eine Aussenbewirtschaftung des Bahnhofplatzbereiches, die auch Perronzugang sind, von Starbucks und des Bistros vorgesehen. Das erste Gesuch sah zweiflüglige Türen vor. Die kantonale Denkmalpflege lehnte dieses Vorhaben ab.

Offenbar haben sich Bauherrschaft und Vertreter der Stadt sowie des Kantons zu mehreren Verhandlungen treffen müssen, bis die Behörden das Gesuch dann durchzuwinken bereit waren. Die Einsprecher wurden während dieser Zeit weder zu den Gesprächen eingeladen, noch wurden sie darüber informiert. Sie fühlen sich durch die Bewilligung irritiert.

Speziell ist der Kommentar zum abgeänderten Baugesuch ausgefallen, das statt zwei- nun einflüglige Türen vorweist. Die Denkmalpflege hält dennoch fest: «Die vollständige Umnutzung dieses bahnhistorisch für die Schweiz bedeutenden Aufnahmegebäudes in bahnfremde kommerzielle Aktivitäten ist grundsätzlich sehr problematisch, insbesondere wenn betrieblich notwendige Räume in der Folge in Containern ausgelagert werden müssen.» Im Nachsatz stellt sie fest, dass Anlagen, die ein solches Objekt in seiner Wirkung beeinträchtigten, untersagt werden können. Und weiter erklärt die Denkmalpflege: «Es ist von der Struktur des Gebäudes her fragwürdig, an den Stirnseiten der 1874 angefügten Pavillons anstelle eines mittleren Fensters Türen vorzusehen.» Man folgert, dass im Interesse des Schutzobjekts darauf zu verzichten wäre.

«Widerstrebend» gewährt

Das tut dann die Denkmalpflege doch nicht. Und sie kommentiert das auf eine erstaunliche Weise: «Nur widerstrebend erlaubt die kantonale Denkmalpflege in Anbetracht der bereits bestehenden Mietverträge diesen problematischen Eingriff.» Immerhin gibt die Denkmalpflege noch ihrer Hoffnung Ausdruck, dass «dieser bei nächster Gelegenheit wieder rückgängig gemacht wird».

Wenn auch die Eingriffe mit dem abgeänderten Baugesuch weniger massiv als zuvor ausfallen, so ist Einsprecher Jürg Raidt klar der Ansicht, dass diese nicht passieren dürften.