Stadt wie aus einem John-Wayne-Film

In Unterkulm lebten und feierten die Besucher während dreier Tage wie einst im Wilden Westen

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Stadt wie aus einem John-Wayne-Film

Stadt wie aus einem John-Wayne-Film

Sibylle Haltiner

Beim zweiten Old West in Unterkulm haben sich Hobbyisten und Besucher in die Zeit des Wilden Westens zurückversetzen lassen. Beim Hof von Beat Häfeli stand eine Stadt wie aus einem John-Wayne-Film – mit Saloon und General Store. Nicht umsonst hiess die Westernstadt Dove Town, Taubenstadt. Friedlich lebten Indianer, Cowboys, Südstaatensoldaten und Siedler drei Tage lang nebeneinander.

Zwar wiesen Plakate darauf hin, dass ab 19 Uhr keine Feuerwaffen – weder echte noch Dekomodelle – getragen werden durften, doch tagsüber zeigte mancher Cowboy stolz seine Pistole und ein Soldat stützte sich lässig auf sein Vorderladergewehr. Viele campierten in Tipis oder Weisszelten, sassen beim Lagerfeuer zusammen oder flanierten in historischen Kostümen durch die Westernstadt. «Es ist schon ein bisschen heile Welt», erklärte Conny Rohr, Präsidentin des organisierenden Vereins Old West. «Aber wie sagt man so schön: ‹Spinner und Träumer verändern die Welt.›»

An diesem Leben wie aus einem Westernfilm konnten auch die Besucher des Old West teilhaben. Gleich beim Eingang gab es das passende Outfit und manch einer ging mit einem neuen Cowboyhut auf Entdeckungsreise. Im Saloon unterhielt ein Klavierspieler die Gäste, gleich nebenan bot der «Barber» seine Dienste an. Mann konnte sich dort einseifen und mit einem scharfen Messer rasieren lassen.

Der Hufschmied, Blacksmith genannt, nagelte den Pferden Hufeisen auf, die er zuvor aus einem geraden Stab zurechtgehämmert hatte. Alles Wichtige zum Leben hielt der General Store bereit, und der Sattler verkaufte neben Lederwaren auch echte Felle. Am Abend spielten Country-Bands im Festzelt. Mit Steaks, chinesischen Nudelgerichten und Chili con Carne war die stilechte Verpflegung gesichert, der Kaffee kochte in grossen Krügen über dem offenen Feuer. Praktischerweise fungierte die Bank auch gleich als Bar und den Whisky gab es direkt von der Destillerie.

Ein Schiesswettbewerb, Planwagenfahrten, Ponyreiten
und Böllerschüsse aus einer Schwarzpulverkanone rundeten das «Westernfeeling» für die Besucher ab. Am Sonntagmorgen konnten nochmals die herrlichen Kostüme bewundert werden: Bei einem Umzug rund um das Festgelände zeigten sich die Frauen in Korsagekleidern oder Reifröcken und die Männer trugen alte Uniformen oder Cowboy-Chaps. Mit Gewehr und Revolver selbstverständlich.

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