Russland

Staatstrauer in Russland nach Brand-Tragödie

Beerdigung eines Opfers der Tragödie

Beerdigung eines Opfers der Tragödie

Mit einem nationalen Trauertag hat Russland der 113 Todesopfer der Bandkatastrophe in einem Nachtclub der Stadt Perm gedacht. Landesweit versammelten sich die Menschen zu Trauergottesdiensten, die Fahnen wehten auf Halbmast.

Zeitungen erschienen mit Trauerrand, grosse Fernsehsender verzichteten auf Werbeblöcke und Unterhaltungssendungen, vielerorts fielen Veranstaltungen und Feste aus.

In Perm kam das öffentliche Leben zeitweise zum Erliegen, als die Stadt im Ural eine Schweigeminute für die Toten einlegte. Vor den Ruinen des in der Nacht zum Samstag ausgebrannten Nachtclubs legten Angehörige und Anwohner Blumen nieder und entzündeten Kerzen.

31 der über 100 Verletzten schwebten zwei Tage nach der Katastrophe immer noch in Lebensgefahr. Eine 26-Jährige erlag nach Angaben des Katastrophenschutzes inzwischen ihren Verletzungen. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 113. Alle waren zwischen 20 und 45 Jahre alt. Das Feuer habe elf Kinder zu Vollwaisen gemacht, teilte der Menschenrechtsbeauftragte der Region mit.

Ministerpräsident Wladimir Putin sagte bei einer Kabinettssitzung, es sei nun das Wichtigste, das Leben der Verletzten zu retten. Er kündigte zusätzliche Brandschutzkontrollen in öffentlichen Gebäuden vor den Silvesterfeiern an.

In dem Nachtclub hatten in der Nacht auf Samstag 250 Menschen gefeiert, als ein verheerendes Feuer ausgebrach. Die Dekoration der Disko hatte während einer Feuerwerksshow Feuer gefangen. Die meisten Opfer wurden bei ihrer panischen Flucht durch den einzigen Ausgang zu Tode getrampelt oder erstickten.

Vermutlich hätten sich viele Gäste durch einen zweiten Ausgang retten können, doch sei dieser nur den Angestellten bekanntgewesen, berichtete die Zeitung "Kommersant". Vier Menschen wurden wegen Verstosses gegen Brandschutzvorschriften angeklagt, ihnen drohen bis zu sieben Jahre Haft.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1