Staatsanwaltschaft: Knatsch um Fricktaler Standort

In einem Jahr wird werden anstelle der elf Bezirksämter nur noch sechs regionale Staatsanwaltschaften eingerichtet. Geht es nach dem Wunsch der Rheinfelder Gemeindebehörde, so soll die regionale Staatsanwaltschaft in der Zähringerstadt angesiedelt werden. Laufenburg jedoch möchte die Staatsanwaltschaft bei sich ansiedeln.

Die Strafverfolgung im Kanton Aargau muss den Vorgaben des schweizerischen Strafprozessrechts angepasst werden. Anstelle der bisherigen elf Bezirksämter werden per 1. Januar 2011 sechs regionale Staatsanwaltschaften eingerichtet. Für die Bezirke wird je eine Staatsanwaltschaft für zwei Bezirke geschaffen (je eine für die Bezirke Rheinfelden und Laufenburg, für die Bezirke Zurzach und Brugg, für die Bezirke Aarau und Lenzburg, für die Bezirke Zofingen und Kulm und für die Bezirke Muri und Bremgarten).

Der bevölkerungsstärkste Bezirk Baden erhält eine eigene Staatsanwaltschaft. Das Fricktal wird somit ab 2011 eine regionale Staatsanwaltschaft erhalten. Ob Laufenburg oder Rheinfelden Standort sein wird, entscheidet in naher Zukunft der Regierungsrat. Bereits zu Beginn dieser Woche haben sieben Grossräte des Bezirks Laufenburg ein Postulat beim Regierungsrat eingereicht (siehe AZ, 21. Januar). Die Grossräte begründen ihren Vorstoss mit der guten Erreichbarkeit von Laufenburg. Sei dies mit dem Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Von Vorteil wäre zudem, dass in Laufenburg ein geeignetes Büro- und Wohnhaus als künftiger Unterbringungsort vorhanden wäre.

Rheinfelden zeigt Interesse

Auf Anfrage der AZ erklärt Franco Mazzi, Stadtammann von Rheinfelden, dass die Stadt als Hauptort des Bezirkes Rheinfelden ebenfalls interessiert am Sitz der künftigen Staatsanwaltschaft sei. Wie Laufenburg ist auch Rheinfelden zurzeit Sitz des Bezirksamtes, welches in der künftigen Organisation aufgehen soll. «Wesentliche Entscheidungsgrundlage für die Standortfrage scheint uns, wo die von einer Staatsanwaltschaft zu untersuchenden Situationen in der Mehrzahl anfallen und welcher Standort für die Bevölkerung des künftigen Verantwortungsgebietes insgesamt besser erreichbar ist», erklärt Mazzi. Er verweist auf die Statistik per Ende 2008. Diese zeigt auf, dass 60 Prozent der Bevölkerung des Fricktals im Bezirk Rheinfelden leben. Und dass allein in den Nachbarorten Rheinfelden, Kaiseraugst, Magden und Möhlin fast 42 Prozent der Fricktaler Bevölkerung leben. Laut der kantonalen Bevölkerungsprognose für 2035 werden sich diese Werte noch akzentuieren.

«Ebenfalls von Bedeutung scheint uns die gute Verkehrsanbindung von Rheinfelden an den öffentlichen Verkehr. So ist beispielsweise eine Person aus Frick mit dem Zug, der dreimal pro Stunde nach Rheinfelden fährt, in 12 bis 15 Minuten in Rheinfelden. Für den Standort Rheinfelden spricht auch, dass in der Zähringerstadt bereits heute Kantons- und Regionalpolizei beheimatet sind. Auch bezüglich geeigneter Gebäude bieten sich per sofort Möglichkeiten an bester Lage in unmittelbarer Nähe zu Partnerorganisationen an, erklärt Mazzi und betont weiter, dass dies den zuständigen Gremien bereits vorgeschlagen worden sei. (SH)

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