Allerdings blieb unklar, wie viel Geld die Staatengemeinschaft für den Wiederaufbau Haitis aufbringen will. Das Treffen der Aussenminister und Repräsentanten von etwa 20 Staaten und Organisationen ging am Montag ohne verbindliche Zusagen zu Ende. Summen wurden nicht genannt.

Die notwendigen Mittel werden auf bis zu 15 Milliarden Dollar geschätzt. Vereinbart wurde, dass die grosse Geberkonferenz für Haiti im März bei der UNO in New York stattfindet. Auf Antrag Brasiliens wird sich zudem der UNO-Menschenrechtsrat am Mittwoch mit der Lage in Haiti befassen.

Das UNO-Welternährungsprogramm (WFP) forderte unterdessen mehr Hilfe für die Überlebenden des Erdbebens. Die Menschen des bitterarmen Karibikstaates müssten viel länger versorgt werden als angenommen.

"Ursprünglich hatten wir mit zwei Millionen Menschen gerechnet, die wir sechs Monate versorgen müssen", sagte WFP-Chefin Josette Sheeran in New York. "Jetzt gehen wir von mindestens zwölf Monaten aus."

Das Projekt Haiti sei eine der grössten, wenn nicht die grösste Herausforderung, vor der das Ernährungsprogramm in 40 Jahren gestanden habe. "Deshalb fordern wir alle Armeen dieser Welt auf, uns ihre irgendwie entbehrlichen Fertigmahlzeiten zur Verfügung zu stellen", sagte Sheeran.

Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen auf über 150'000. Die haitianische Regierung, von der die Zahlen stammen, befürchtet aber, dass die tatsächliche Zahl der Toten um vieles höher liegt.