Damiano Saitta

Sprung in die Aare machte ihn berühmt

Damiano Saitta am Ort des Geschehens am Aareufer bei Flumenthal: «Ich habe Respekt vor dem Fluss.»

Damiano Saitta

Damiano Saitta am Ort des Geschehens am Aareufer bei Flumenthal: «Ich habe Respekt vor dem Fluss.»

Im Juni sprang Damiano Saitta aus Riedholz ohne zu zögern in die Aare und rettete so ein Mädchen vor dem Ertrinken. Dafür ist er jetzt für den Prix Courage des «Beobachters» nominiert.

Von Astrid Bucher

Ein Dankesschreiben, eine Zeichnung und ein 100-Franken-Gutschein, das ist alles, was Damiano Saitta von der Familie des 10-jährigen Mädchens, dass er vor dem Ertrinken rettete, noch gehört hatte. Persönlich sei die Familie nicht auf ihn zugekommen. Aber das ist egal. Dafür haben sich die Medien umso mehr um den 14-jährigen Helden aus Riedholz gerissen. Fernsehen, Zeitungen und Radiostationen interessierten sich für den Lebensretter.

«Ich hätte nie gedacht, dass ich so berühmt werde», sagt Saitta. «Einmal weckte mich eine Zürcher Radiostation am Morgen und machte ein Live-Interview. Ich war noch ganz verschlafen», erinnert sich der Teenager. Der Hype um seine Person sei aber bereits wieder rückläufig: «Eine Zeit lang wurde es mir zu viel und machte keine Interview-Termine mehr ab.»

Ein grosser Termin steht für Damiano Saitta aber noch an: Für den 11. September hat er eine Einladung ins Zürcher Zunfthaus zum Rüden erhalten. Er wird dort sicherlich Ruhm und Ehre und vielleicht sogar den Hauptpreis des Prix Courage von 25 000 Franken entgegennehmen dürfen.

«Ich habe keine Ahnung, was ich mit so viel Geld machen würde», sagt Saitta bescheiden und zuckt mit den Schultern. «Jedenfalls würde ich das Geld erst mal auf die Bank bringen, mir ein paar schöne Kleider leisten und später vielleicht einen Motorroller kaufen.»

Bis der 14-Jährige aber die Motorrollerprüfung machen darf, radelt Damiano Saitta täglich mit dem Velo von Riedholz in die Kantonsschule nach Solothurn, wo er die dritte Klasse des Untergymnasiums besucht. «In der Kanti bin ich unter den Schülern zum Glück kein Thema mehr», bemerkt er. «Gleich nach den ersten Medienberichten haben sie mich noch als Helden bezeichnet, aber es wurde rasch wieder ruhig.»

Verehrerinnen hätte er deswegen keine und für eine Freundin habe der 14-Jährige im Moment auch keine Zeit: «Der Stoff in der Schule wird immer anspruchsvoller, bis jetzt war es ziemlich easy, aber ich muss immer mehr lernen, damit ich den Anschluss nicht verpasse. Und das Fussballspielen beim FC Riedholz - mein grösstes Hobby - nimmt auch viel Zeit in Anspruch.»

Zeit zum «chillen» an der Aare - so wie er es an diesem Nachmittag im Juni mit Freunden getan hatte - ja, das hätte er noch. «Ich gehe sehr gerne schwimmen und bin oft mit Freunden an der Aare bei Flumenthal anzutreffen.» Angst habe Saitta keine vor dem Fliessgewässer. «Mein Schwimmstil ist zwar nicht der Schönste, aber ich habe Ausdauer und Kraft.»

Man muss aber immer mit Respekt in der Aare schwimmen, das hat er von seiner Mutter gelernt. Diese und auch sein 16-jähriger Bruder sind natürlich stolz auf Damiano. «Beide begleiten mich an die Preisverleihung», bestätigt der Lebensretter von Riedholz.

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