Tabea Baumgartner

Ruckzuck geht es, wenn die Schafe unter die Schere müssen und von ihrer Wolle befreit werden. Staunende Kinderaugen verfolgen die Arbeit des Schafscherers René Zürcher im Arche-Hof in Spreitenbach.

Manch ein Tier bockt, wenn es an der Reihe ist. Und ein Schaf hat am Samstag gar ein Lamm geboren, direkt nach der Schur. «Es lag am Boden und ich wusste, dass etwas nicht stimmt. Kurz nachdem ich es geschoren hatte, schauten schon die Füsse raus. Das war ein Publikumsrenner», berichtet der Scherer. Die hohe Kunst der Schafschur hat Zürcher von den Besten gelernt: in Neuseeland.

Schafe müssen nicht frieren

Auf dem Hof von Gärtner und Bauer Jelle van der Zee findet die öffentliche Schafschur immer an einem Wochenende im Januar statt. Der Anlass ist weit herum bekannt. Es kommen sogar Besucher aus Luzern oder Winterthur. Um alle zu beruhigen, die sich bereits Sorgen machen, dass die geschorenen Schafe nun frieren müssen: Die Tiere bleiben ab jetzt im Stall, sodass das Winterkleid ihnen nicht fehlen wird. Es ist hingegen von Vorteil, wenn die Muttertiere bereits vor dem Lammen geschoren sind. Alles in allem werden am Samstag und Sonntag etwa 70Mutterschafe geschoren.

Auf van der Zees Arche-Hof leben fünf Pro-Spezie-Rara-Schafrassen: Engadiner, Bündner Oberländer, Skudde, Spiegel- und Walliser Landschafe. Insgesamt sind es 100Tiere.