So wie Gott sie geschaffen hat, so liefen die zwei Männer und die Frau aus der Schweiz am letzten Samstag durch Zagreb, die Hauptstadt Kroatiens. Mit ihrem «Naked slow walk», einer Aktion im Rahmen eines alternativen Kunstfestivals, waren ihnen nicht nur die Blicke der Passanten sicher. Auch mehrere Polizisten näherten sich ihnen schon bald.

Nachdem sich zwei der Künstler auf einem Platz aufeinanderlegten hatten, mussten sie mit den Uniformierten mit auf einen Polizeiposten. Zwei Stunden später durften sie wieder gehen. 

Bei der Frau handelt es sich um die Badener Nacktkünstlerin Glynis Ackermann. «Die Polizei hat eher mit ihre eigenen Gewissen gekämpft als mit uns», sagt die 62-Jährige in nicht völlig fehlerfreiem Deutsch und leichtem Englisch-Akzent zu «Tele M1». Und ergänzt mit einem Lächeln: «Sie waren mit uns ganz lieb eigentlich.» Sie erklärt ausserdem, dass es bei der Aktion um die Schönheit des Körpers gegangen sei. 

Nackt durch Zagreb – Schweizer Künstler für Aktion gebüsst

Nackt durch Zagreb – Schweizer Künstler für Aktion gebüsst

Trotz der nackten Schönheit: Für die Aktion sind die Schweizer Künstler bestraft worden – mit einer Busse von umgerechnet 300 Franken. 

Organisator übernimmt Busse

Der Bieler Thomas Zollinger, auch er einer der Nacktkünstler, betont gegenüber Tele M1, dass das Trio eingeladen wurde, um die Performance zu machen. Es sei mit den Organisatoren des Kunstfestivals abgemacht gewesen, dass diese eine allfällige Busse übernehmen. Die Schweizer müssen also nicht selbst in die Tasche greifen.  

Das Kunstfestival «Ich liebe Zagreb» befasst sich mit Beziehungen zwischen Körper und öffentlichem Raum. Es ist dem kroatischen Konzeptkünstler Tomislav Gotovac gewidmet. Dieser war schon 1981 splitterfasernackt durch Zagreb spaziert. (pz)