Polizei
Spitalbesuch: Polizei fährt Unschuldigen an

Noch immer ist unklar, weshalb ein 20-jähriger Mann in Geroldswil für einen Einbrecher gehalten und von der Polizei angefahren wurde. Obschon sich die Polizei bei dem Mann entschuldigt hat, erwägt dieser rechtliche Schritte. Derweil hat die Staatsanwaltschaft mit der Untersuchung des Vorfalls begonnen.

Merken
Drucken
Teilen
Huebwiesenstrasse Geroldswil

Huebwiesenstrasse Geroldswil

Limmattaler Zeitung

Sandro Zimmerli

Kader der Kantonspolizei Zürich haben die Eltern des 20-jährigen Mannes besucht, der am Freitagabend bei einer Kontrolle in Geroldswil von einem Polizeiauto angefahren wurde (Ausgabe vom Sonntag). «Wir waren beim Opfer im Spital und bei den Eltern, um uns zu entschuldigen», sagt Marcel Strebel, Chef der Informationsabteilung der Kantonspolizei Zürich. Ob diese Entschuldigung ausreicht, um das Opfer zu besänftigen, ist allerdings fraglich. Laut «tagesanzeiger.ch» prüft der Mann mit seinem Anwalt rechtliche Schritte. «Es steht ihm frei, den Rechtsweg einzuschlagen. Darauf haben wir keinen Einfluss», erklärt Strebel.

Die Polizisten sind weiter im Dienst

Der Vorfall ereignete sich im Zusammenhang mit einer Fahndung nach Einbrechern. Kurz vor Mitternacht fielen einer Patrouille zwei auf der Huebwiesenstrasse wegrennende Personen auf. Mit dem zivilen Patrouillenfahrzeug versuchten sie, den beiden auf einem angrenzenden Parkplatz den Weg abzuschneiden, wobei es zwischen dem Patrouillenfahrzeug und dem 20-jährigen Schweizer zur Kollision kam. Der junge Mann zog sich dabei Schnittwunden an der linken Hand, Schürfwunden an der rechten Hand sowie an den Beinen und an einem Knie zu. Wie Abklärungen ergaben, hatten die beiden Männer mit den fraglichen Einbrüchen nichts zu tun. Ersten Aussagen zufolge sind sie im Quartier aus Spass hintereinander hergerannt.

Warum es zu der Verwechslung kommen konnte, ist gemäss Strebel noch immer unklar. «Die Staatsanwaltschaft wird den Vorfall untersuchen und dabei auch die beiden Polizisten befragen», hält er fest. Ob mit Sanktionen gegen die Beamten zu rechnen sei, werde sich erst nach Abschluss der Untersuchung zeigen. Vorerst würden die zwei Polizisten weiter ihren Dienst verrichten.