Andrea Masek

Zum Jahreswechsel herrscht Hochbetrieb auf der Notfallstation des Universitätsspitals Basel. Während im Jahresdurchschnitt 114 Patientinnen und Patienten innert 24 Stunden die Notfallstation aufsuchen, waren es zum Beispiel an Silvester vor einem Jahr über 30 Prozent mehr.

«Erfahrungsgemäss müssen in der Silvesternacht überdurchschnittlich viele Personen behandelt werden, die beim Alkohol über die Stränge schlagen oder sich bei Schlägereien verletzen», sagt Mediensprecher Andreas Bitterlin. Hinzu kommen jene Menschen, die zu viel gegessen haben und mit heftigen Bauchschmerzen das Spital aufsuchen.

Trotzdem wird in der Notfallstation im Unispital am 31. Dezember nicht mehr Personal eingesetzt. Es sei nicht nötig, begründet Bitterlin: «Bei über 40000 Notfallpatienten pro Jahr muss fast täglich mit ausserordentlichen Ereignissen gerechnet werden, bei denen situativ Hochbetrieb herrscht. Es muss immer genügend Personal im Einsatz stehen, um ein jederzeit mögliches überdurchschnittlich hohes Patientenaufkommen zu bewältigen.»

Basel hofft auf ruhige Nacht

Im Einsatz sind am Unispital diesen Silvester ingesamt 17 Ärztinnen und Ärzte sowie 37 Pflegende - in drei Schichten über 24 Stunden. Weitere Mitarbeitende können telefonisch aufgeboten werden. In Basel hofft man aber auf eine eher «ruhige» Nacht wie im vergangenen Jahr und nicht auf Ereignisse wie 2007.

Damals floss am Grossanlass in der St. Jakobshalle so viel Alkohol, dass mehrere Dutzend kaum oder nicht mehr ansprechbarer Betrunkener in die umliegenden Spitäler eingewiesen werden mussten. Viele konnten selbst am Morgen danach nicht entlassen werden.

Mit solchen Zuständen rechnet Werner Dietz, der für die Einsatzkoordination der Rettung in Basel-Stadt zuständig ist, nicht mehr. Der «Big Bang» in der St. Jakobshalle hat sich mittlerweile gut organisiert und besitzt einen eigenen Sanitätsdienst für die Erstbetreuung. Dennoch weiss Dietz, dass das Hauptproblem bei all den Festen in der Stadt - von der kleinen privaten Feier bis zum öffentlichen Grossanlass - der Alkohol ist.

«Deshalb hat der Sanitätsbereich der Rettung in dieser Nacht in der Regel viel zu tun, und deswegen sind insgesamt fünf Rettungswagen im Einsatz anstelle von normalerweise drei Wagen.» Bei der Berufsfeuerwehr hingegen reicht der Normalbestand. Auch in Liestal rechnet man gemäss Nicolas Geigy, Leiter Notfall, nicht mit viel mehr Einlieferungen ins Kantonsspital als an jeder anderen Partynacht, das heisst jedem Samstag.

Dennoch werden die Pflegeschichten verstärkt, damit genug Personal da ist, um Patienten gegebenenfalls für ein paar Stunden überwachen zu können. «Was in der Silvesternacht besonders ist, ist die Verletzungsgefahr. Alkohol und Feuerwerk zusammen ist eine sehr explosive Kombination», sagt Geigy. Es muss aber nicht immer nur Ungefreutes passieren: Zum letztjährigen Jahreswechsel kamen etwa im Unispital zehn Kinder zur Welt.