Sonnenblick

Spitäler in der Region spüren die Schliessung der Privatklinik «Sonnenblick»

Die Spitäler der Region haben bereits Anfragen von Patienten des «Sonnenblicks» erhalten. Für das Personal ist die Situation ungemütlich: In der Region hat es wenig freie Stellen.

Roman Schenkel

400 Kinder sind im Jahr 2009 in der Klinik Sonnenblick auf die Welt gekommen. Verwaltungsratspräsident Beat Fellmann vermutet, dass nach der Schliessung eine grosse Zahl davon ins Kantonsspital Baden ausweichen wird. «Die Patienten werden aber auch ins Spital Leuggern oder in Spitäler im Raum Zürich ausweichen.»

Dabei übernehmen die Ärzte die Vermittlung. «Die meisten Patienten kamen über den eigenen Arzt zu uns, dieser sucht nun eine Lösung für seine Patienten», sagt Fellmann.

Baden und Leuggern spüren die Schliessung des «Sonnenblicks»

Im Kantonsspital Baden hat man sich nach der Schliessung des «Sonnenblicks» bereits Gedanken über einen Geburtenansturm gemacht. Mediensprecher Marco Bellafiore bestätigt, dass das Kantonsspital damit rechne, Patientinnen der Klinik Sonnenblick zu erhalten.

«Räumliche Ressourcen für zusätzliche Patientinnen werden fortlaufend angepasst. Je nach Anzahl zusätzlicher Geburten muss aber das Personal sowie die Bettenzahl angepasst werden. Vereinzelt haben wir schon Anmeldungen erhalten», sagt Bellafiore. Pro Jahr verzeichnet das KSB bereits 1300 Geburten.

Auch das Spital Leuggern spüre die Schliessung des «Sonnenblicks»: «Viele Frauen, die in der Klinik Sonnenblick ihre Geburt geplant haben, wollen nun unsere Infrastruktur besichtigen», sagt Alfred Zimmermann, Direktor des Spitals Leuggern. Am Montag finde eine Informationsveranstaltung statt. «Wir haben 400 Geburten pro Jahr und können gut noch weitere Patientinnen aufnehmen», sagt Zimmermann.

Keine Stellen in der Region

Für das Personal sind die Perspektiven ungemütlich. «Momentan haben wir im Kantonsspital keine freie Stelle», so der KSB-Sprecher Bellafiore. Es gebe aber immer wieder Stellenwechsel und Bewerbungen seien daher möglich.

Das Spital Leuggern hat ebenfalls keine freien Stellen. «Es gab schon mehrere Anfragen von Angestellten des ‹Sonnenblicks›», sagt Direktor Zimmermann. Da sich immer wieder kurzfristig Änderungen ergeben, ermuntere er die Stellensuchenden, sich zu bewerben.

Beim Kanton ist man über die Schliessung des «Sonnenblicks» informiert. «Da es eine Privatklinik ist, können wir das Aus nur zur Kenntnis nehmen, zumal der Kanton mit dem ‹Sonnenblick› nicht wie mit einem Regionalspital via Leistungsauftrag verbunden ist», sagt Balz Bruder, Leiter Kommunikation des Departements für Gesundheit und Soziales. Die medizinische Grundversorgung sei in der Region aber auch ohne «Sonnenblick» gewährleistet. «Für den Kanton besteht daher kein unmittelbarer Handlungsbedarf», sagt Bruder.

Die Gewerkschaft VPOD hingegen ist über die Schliessung des «Sonnenblicks» konsterniert. «Die Angestellten verlieren Knall auf Fall ihre Stelle», sagt Katharina Kerr, Präsidentin des VPOD Aargau.

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