Berlin
Spektakuläre Flucht vor laufender Kamera – doch im Berliner Gefängnis schaute keiner hin

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Durch ein zuvor gemachtes Loch in der Mauer gelang vier Männern die Flucht
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Gefängnisausbruch in Berlin
Durch diesen Lüftungsschacht brachen die vier Männer aus. Sie zerstörten den Betonpfeiler zwischen zwei Lüftungsspalten.
Danach überwanden die Ausbrecher aus einen Stacheldrahtzaun.
Die Überwachungskamera filmte die Aktion um 08:49 Uhr. Alarm wurde aber erst gegen 09:30 Uhr ausgelöst.
Zuvor hatten die Ausbrecher ihren Dienst in einer Werkstatt angetreten, von der sie zur Ausbruchsstelle kamen.
Ein Handwerker schliesst den Spalt wieder.
Die Polizei suchte mit einem Grossaufgebot nach den Männern – bisher ohne Erfolg.
Haupteingang zum Strafgefängnis Plötzensee.
Haupteingang zum Strafgefängnis Plötzensee.
Impressionen vom Strafgefängnis Plötzensee.
Impressionen vom Strafgefängnis Plötzensee.
Impressionen vom Strafgefängnis Plötzensee.

Durch ein zuvor gemachtes Loch in der Mauer gelang vier Männern die Flucht

BERLIN SENATE ADMINISTRATION FOR JUSTICE / HANDOUT

Vier Männern gelang am Donnerstagmorgen eine spektakuläre Flucht aus einem Berliner Gefängnis. Eine Überwachungskamera filmte die Aktion um 08:49 Uhr. Alarm wurde aber erst gegen 09:30 Uhr ausgelöst. In der Alarmzentrale des Gefängnisses, in der Aufnahmen von Dutzenden Kameras auf zahlreichen Bildschirmen zusammenlaufen, bemerkte niemand den Coup des Quartetts, wie verschiedene deutsche Medien berichten.

Am Morgen vor dem Ausbruch arbeiteten die vier Männer gemeinsam mit einem Dutzend weiteren Gefangenen in einer Autowerkstatt, die auf dem Gefängnisgelände liegt und an den Heizungsraum grenzt. Dort gelangten sie an einen schweren Hammer und ein Trennscheibe, mit denen sie in einem Heizungsraum zunächst den Betonmittelpfosten einer Lüftungsöffnung an der Aussenmauer zerschlugen. Dann zersägten sie die Stahlträger unter dem Beton. Schliesslich zwängten sie sich durch die enge Öffnung ins Freie und krochen unter dem Aussenzaun in die Freiheit.

Die Fahndung nach den geflohenen Gefangenen blieb auch am Freitagmorgen erfolglos. Die Ausbrecher sind zwischen 27 und 38 Jahre alt und sassen wegen Straftaten wie Diebstahl, räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung in dem Gefängnis im Stadtteil Charlottenburg. Drei von ihnen sollten 2018 entlassen werden, der erste schon im März. Der vierte Mann hatte eine Haftstrafe bis Oktober 2020 zu verbüssen. (whr)

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