Lenzburg

Spatenstiche in steinigen Boden

Harter Boden: Der Spatenstich blieb in vielerlei Hinsicht reine Symbolik. hh

Spatenstich

Harter Boden: Der Spatenstich blieb in vielerlei Hinsicht reine Symbolik. hh

Darauf haben die Lenzburger Ortsbürger lange gewartet: Mit dem symbolischen «ersten Spatenstich» wurde der Baubeginn für die Überbauung Viehmarktplatz signalisiert. Geplant sind 46 Wohnungen.

Dass die 15 in irgendeiner Form am Bau Beteiligten, mit gelbem Helm und goldenen Spaten ausgerüstet, trotz eifrigem Bemühen kaum Spuren auf dem Viehmarktplatz hinterliessen, liegt am steinigen Boden. Der lang ersehnte Auftakt zur Realisierung des ambitiösen Projektes der Ortsbürgergemeinde war in seiner reinen Symbolik sozusagen mit Händen zu greifen: Vizeammann Jakob Salm wies denn auch darauf hin, dass das Vorhaben, den Ortsbürgern ein drittes finanzielles Standbein zu verschaffen, anfangs auch bildlich auf harten Boden fiel.

Lange Vorlaufzeit

Bereits im Jahr 2002 war von der Ortsbürgergemeinde der erste Kredit für die Grobplanung gesprochen worden. 2004 konnte der eigentliche Projektwettbewerb ausgeschrieben und 2006 ein Kredit für Gestaltungsplan und Ausarbeitung des Bauprojektes vorgelegt werden. Im Juni 2009 genehmigten die Ortsbürger dann einstimmig Projekt und Baukredit von 20,850 Millionen. Einsprachen, zähe Verhandlungen und eine notwendige Neuauflage sorgten für die Verzögerung von zwei Jahren.

Die Ortsbürger hatten drei Parzellen zur Auswahl: das Seifi- und das Zeughausareal sowie den Viehmarktplatz. Die nunmehr erfolgte Platzierung der Wohnüberbauung bedingte allerdings das Opfer des bisherigen Forstwerkhofs, der ersetzt werden musste, sowie eines Wohnhauses. Auf den zur Verfügung stehenden 5500 Quadratmetern Fläche am Rande der Altstadt, gut erschlossen an attraktiver Lage, entstehen total 46 Wohnungen gehobenen Standards und eine Tiefgarage mit 20 öffentlichen Parkplätzen. Das aus 64 Eingaben ausgewählte Projekt «dragon» des Büros Lüscher Bucher Theiler und Hans Lauber Architekten, Luzern, besticht durch die filigrane Anordnung der fünf Baukörper mit verschiedenartigen Aussenräumen und unterschiedlichen Graden an Öffentlichkeit und Privatheit. Die Gebäudehöhen sind einen Stock tiefer als die benachbarten Blöcke im oberen Teil der Burghalde und nicht höher als die Bauten im unteren Teil, hingegen viel reicher gegliedert. Salm ist sich sicher, dass sich die besorgten Anwohner, welche dem Spatenstich beiwohnten, bald in freundnachbarlicher Weise mit den Zuzügern arrangieren.

Gute Nachfrage

Dass ein Bedürfnis für solche Wohnungen besteht, beweist die rege Nachfrage: Bereits stehen 20 Interessenten auf der Warteliste für die 32 ortsbürgerlichen Mietwohnungen. Und die Genossenschaft Wohnen im Alter, welche mit zwölf Eigentumswohnungen als privater Partner dabei ist, hat noch vier Wohnungen unterschiedlicher Grösse anzubieten.

Das von Architekt Franz Bucher skizzierte Bauprogramm sieht vor, dass bis Ende Jahr die halbe Baugrube ausgehoben ist, bis im Sommer einzelne Häuser im Rohbau hochgezogen, bis Ende 2010 die Holzfassaden montiert, im Frühling auch die Küchen eingebaut und im Sommer 2011 die Wohnungen bezogen werden können.

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