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Spannung, Spass und Adrenalinschübe

Voller Einsatz: Schafft er die Kurve? Die ewige Frage beschert den Zuschauern auf den Stehplätzen an den Stirnseiten der Rennstrecke den obligaten Nervenkitzel. (Foto: Hanspeter Bärtschi)

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Voller Einsatz: Schafft er die Kurve? Die ewige Frage beschert den Zuschauern auf den Stehplätzen an den Stirnseiten der Rennstrecke den obligaten Nervenkitzel. (Foto: Hanspeter Bärtschi)

Gestern lockte der Grenchner Automobilslalom mit seiner zehnten Austragung viele auswärtige Fahrer und Zuschauer an. Beinahe 100 Fahrer und Fahrerinnen zeigten ihre Reaktionsfähigkeit und fuhren in den verschiedenen Kategorien um die Bestzeit.

Mario Barone

Wie nicht anders zu erwarten, es quietscht gewaltig, wenn die Boliden um die Hindernisse kurven. Mit über 140 Stundenkilometern brettern sie schliesslich über die Ziellinie. Und das alles nur, um die Bestzeit der Kontrahenten zu unterbieten. Einige Teilnehmer verschätzen sich beim Befahren des Parcours und müssen mit tollkühnen Manövern korrigieren. Dabei spicken Pylonen in die Luft und Strohballen werden mitunter meterweit mitgeschleift. Die Piloten verlieren jedoch keineswegs die Kontrolle über das Fahrzeug.

Auf der Baditribüne schauen währenddessen ungefähr 100 Schaulustige, mehrheitlich männlichen Geschlechts, den waghalsigen Lenkern gespannt zu. Der eine verewigt den Anlass mit seiner Handykamera. Andere unterhalten sich über den Motorsport und den Fahrstil der Teilnehmer. Der Speaker, Beni Brunner, moderiert den Anlass gekonnt und kommentiert die Leistung der Fahrer. Jenen Piloten, die irrtümlicherweise eine Runde zu wenig absolvieren und so die Strecke abkürzen, attestiert er humorvoll eine unglaubliche Gier nach Geltung. «Das gibt wieder einmal eine berauschende Bestzeit» tönt es aus dem Lautsprecher.

Fiat Abarth ist Trumpf

Nach bewährter Manier wird in verschiedenen Kategorien auf das Gaspedal gedrückt. Besonders die Kategorie «Trofeo Abarth» ist ein Publikumsmagnet. Bei diesem Wettbewerb gibt es verschiedene Fiat Abarth zu bestaunen, einige davon sind echt alte Modelle, die im Strassenverkehr kaum mehr anzutreffen sind.

Antonio Ruggiero ist auch unter den Teilnehmern. Er macht heuer das erste Mal mit. «Mir geht es darum, Spass zu haben» erzählt der Zürcher. «Aber vor allem will ich die Grenzen meines Abarth kennen lernen und wissen, was das Auto alles aushält.» Dass er kein Hobbyvelofahrer ist, versteht sich von selbst.

Zuschauer Urs Zaugg, selber begeisterter Abarth-Besitzer, schaut den Piloten mit grossem Interesse zu. «Mir gefällt der Automobilslalom sehr und komme immer wieder nach Grenchen.» Vor allem auf die Show der Abarths ist er gespannt. Der Langenthaler hat selber nie an einem Slalomwettbewerb teilgenommen. «Es reut mich» so der Abarth-Fan.

Ein ramponierter Zaun

Stefan Buser, Präsident des Motorensportvereins Ecurie Dynamic, und Jürg Gasser, Vize-Rennleiter, haben wieder gute Arbeit geleistet. Beim Event verläuft alles planmässig. «Trotz des 10-Jahr-Jubiläums hat sich zum Vorjahr nicht viel geändert. «Alles ist beim Alten geblieben», erzählen die beiden Motorsportanhänger. Nach wie vor sei der Platz zwischen der Badi und dem Stadion Brühl zu eng bemessen und liesse wenig Spielraum für Änderungen. Dennoch sind sie stolz, erneut 100 Fahrer und Fahrerinnen aus allen Ecken der Schweiz begrüssen zu dürfen.

Ein Zuschauer wüsste hingegen sehr wohl, wie man den Parcours verbessern könnte: «Man müsste eben die angrenzenden Fussballfelder verkleinern und so für die Slalomstrecke mehr Platz schaffen.» Einige Minuten später prallt tatsächlich ein Lenker mit dem Auto in den Zaun, der das Stadion Brühl umgibt. Der Fahrer steigt unversehrt aus dem Auto, doch der Zaun muss ersetzt werden. Ob bei dieser Gelegenheit gleich das Stadionareal verkleinert wird, ist höchst fraglich. Den Motorsportfreunden würde das gefallen.

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