Muriel Mercier

Die Betriebskommission der Clariant hat nun doch den «Sozialplan 2010» unterschrieben. Monatelang kämpfte sie darum, einen besseren Sozialplan für die 150 Mitarbeitenden, die im Februar gekündigt wurden, auszuhandeln. Im Juli verliess sie gar die Gesprächsrunde zwischen der Angestelltenvereinigung (AVCS) und der Clariant-Firmenleitung. Kommissionspräsident Jörg Studer betonte damals, keinen zufriedenstellenden Verhandlungsabschluss gefunden zu haben (bz vom 11. Juli).

Der Druck wurde zu gross

Jetzt musste er doch nachgeben: «Der Druck wurde einfach zu gross.» Studer forderte vor zwei Monaten einen absoluten Kündigungsschutz für die Angestellten ab 55 Jahren, eine Laufzeit des Sozialplanes bis Ende 2013 und eine besser angepasste finanzielle Entschädigung. Zudem wollte er eine paritätische Sozialplankommission einschalten. Der von der AVCS und der Firma bereits im Juli unterschriebene Vertrag bietet «nur» einen Sozialplan bis Ende 2012 und eine Arbeitsteilzeit ab 55 Jahren. Auf eine Sozialplankommission verzichtet sie ganz.

Kritik an Angestelltenvertretung

Daran hat sich heute nichts geändert - Studer ist nicht glücklich über den Ausgang der Geschichte. Doch fühle sich die Betriebskommission wohler, da endlich ein Schlussstrich unter die Sache gezogen werden könne. Denn: «Es ist mein Job, dass ich als Kommissionspräsident für die Mitarbeiter den Vertrag unterschreibe.» Was Studer vor allem bedauert, ist das Verhalten der Angestelltenvertretung. «Eigentlich sollten die beiden Personalvertretungen zusammenarbeiten. Dann hätten wir vielleicht mit einer gemeinsamen Strategie einen besseren Sozialplan herausholen können.»