Senioren
Soziale Netze in Affoltern: Ungezwungen, lustvoll und tragfähig

Die Lebensqualität hängt in jeder Altersstufe weitgehend von freundschaftlichen Kontakten und verlässlichen Beziehungen ab. In Affoltern besteht seit zehn Jahren ein beliebter Begegnungsort für spielfreudige Leute ab sechzig Jahren – ein erfreuliches Jubiläum.

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Dass das Leben kein Kinderspiel ist, haben Seniorinnen und Senioren längst mitbekommen. Dennoch treffen sich manche von ihnen jeden Dienstag zu einem ungezwungenen Spielnachmittag. Erstmals dazu eingeladen wurde am 15. Februar 2000 unter dem Motto «Gemütliches Beisammensein und Kennenlernen bei Kaffee, Kuchen und...». Der Anlass fand anfänglich im Bachhüsli statt, gekommen sind nur wenige. Die Veranstaltung entsprach aber offensichtlich einem verbreiteten Bedürfnis und musste schon bald in den geräumigeren Ulmensaal im reformierten Chilehuus verlegt werden.

Mischung aus Spannung und Spiel

Unverändert geblieben sind Ziel und Zweck der Veranstaltung. Die Mischung aus Spannung und Spiel, Kontakt und Gemütlichkeit erfreut sich grosser Beliebtheit und hat auch unter Männern zunehmend Anklang gefunden. Inzwischen sind es durchschnittlich dreissig Personen im Pensionsalter, die sich Dienstag für Dienstag treffen, nicht zuletzt deshalb, weil am Rande des Zusammenseins auch die Sorgen und Freuden der Teilnehmenden zur Sprache kommen. Sie erzählen einander vom Verlust ihrer Lebensgefährtin oder ihres Partners, von der Entwicklung der Enkelkinder oder von der bevorstehenden Untersuchung beim Arzt und der damit verbundenen Ungewissheit. «Was soll ich alles in mich hineinfressen und in den eigenen vier Mauern versauern», hat eine Teilnehmende gesagt, «etwas Abwechslung tut gut und der Austausch erleichtert». Fast unbemerkt wächst im ungezwungenen Kontakt ein Beziehungsnetz, das nicht zu unterschätzen ist. Darin liegt wohl das geheime Erfolgsrezept des zehnjährigen Unternehmens.

Begleitequipe sorgt für Kontinuität

Aber nicht nur. Der Treffpunkt lebt auch vom Einsatz eines zehnköpfigen Seniorinnenteams, das unter Leitung von Theres Seeburger, die wöchentliche Zusammenkunft organisiert und betreut.
Diese Begleitequipe gewährleistet die Kontinuität der Veranstaltung. Sie sorgt für eine gastliche Atmosphäre und versüsst das Zusammensein mit Kuchen und Kaffee, was die Teilnehmenden sehr zu schätzen wissen. Zudem ist die Veranstaltung ökumenisch ausgerichtet. Jasskarten sind ja bekanntlich weder katholisch noch reformiert. Und auch die Mitspielenden brauchen diesbezüglich keine Farbe anzugeben.
Oder anders ausgedrückt: Obwohl das Treffen in kirchlichen Räumen stattfindet, sind bei «60 Plus» jede Frau und jeder Mann gern gesehen, ganz unabhängig von ihrer Lebensgeschichte oder Religionszugehörigkeit. Auch neue Gesichter sind jederzeit herzlich willkommen, beispielweise am kommenden Dienstag, an dem das Zusammensein jubiläumshalber etwas festlicher gestaltet wird. (Ubo)

Dienstag, 16. Februar, 14 bis 17 Uhr:
Spielnachmittag zum zehnjährigen Bestehen des Treffpunktes «60 Plus» im reformierten Chilehuus Affoltern, Zürichstrasse 94.