Eddy Schambron

Im letzten Jahr lag die Belastung pro 100 Stellenprozente für die Sozialarbeitenden der Jugend-, Ehe- und Familienberatung (JEFB) bei etwa 220 Fällen. Vor 15 Jahren belief sich die Fallzahl noch auf 150. Und die Sozialarbeit rechnet eigentlich mit einer Zahl von 100 Fällen pro 100 Sozialarbeiter-Prozenten. «Die Belastung pro Sozialarbeitenden ist viel zu hoch», kommt Peter Wiederkehr, Leiter der JEFB, zum Schluss. Es sei deshalb nicht auszuschliessen, dass in naher Zukunft der bewilligte Stellenetat von 210 Prozent voll ausgeschöpft werden müsse. Heute werden mit 170 Stellenprozenten 377 Fälle bearbeitet.

Mehr Beziehungsprobleme

Vergleicht man die Anzahl der Dossiers und die Entwicklung verschiedener Problembereiche über die Jahre 1992 bis 2008 von 212 auf 377 Fälle, so ergeben sich eine starke Zunahme unter anderem der Problembereiche familiäre Konflikte, Beziehungsprobleme, Erziehungsprobleme sowie Sucht und Abklärung für Behörden. Eine leichte Zunahme ist bei Pflegeplatzabklärungen zu sehen. Widersprüchliche Tedenzen sind im Bereich Schule, Probleme am Arbeitsplatz und bei der Vermittlung von Sachhilfen festzustellen.

Eine Abnahme zeigt sich im Problembereich Finanzen. 2008 wurden 377 Dossiers behandelt (Vorjahr: 386); in den Beratungsprozess wurden 1227 (1174) Personen einbezogen. Der Beratungsaufwand inklusive Hausbesuche betrug 1512 (1578) Stunden. Ausserdem waren 52 Stunden für die Öffentlichkeitsarbeit, 68 Stunden für die Kommissionsarbeit und 180 Stunden für Team/Supervision erforderlich. 1166 (1162) Stunden wurden in den administrativen Bereich investiert.

Synergien besser nutzen

Die beiden Beratungsstellen JEFB und die Mütter- und Väterberatungsstelle arbeiten im Bereich der Prävention eng zusammen. Im letzten Jahr hatte die Tagesfamilienvermittlung 28 (35) konkrete Anfrage von abgebenden Eltern. 10 (15) Tagesfamilien erklärten ihre konkrete Bereitschaft, Kinder aufzunehmen. «Unsere fünfjährige Praxis zeigt, dass vermehrt das örtliche Kinderbetreuungsangebot, unter anderem die Tagesfamilien-Vermittlung, ein massgebendes und entscheidendes Kriterium für die Wahl eines Wohnorts ist», hält Heidi Baumgartner von der Tagesfamilien-Vermittlung fest.