Grenchner Wetter
Sonne, Wind, Blitz und Donner

Die erste Hälfte des meteorologischen Sommers brachte vieles: Gewitter, heisse Tage und kühle, nasse Abschnitte. Trotzdem war er bis jetzt eher unauffällig normal.

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Hitze

Hitze

Solothurner Zeitung

Bernhard Eicher

Mit seinen knapp mehr als 20 Grad (gemessen um sieben Uhr abends) war die erste Sommerhälfte ganz leicht unter dem langjährigen Schnitt. Der Jahresrekordwert vom Mai (32,5 Grad) konnte bei weitem nicht übertrumpft werden. Der 29. Juni kam mit seinen 29,6 Grad am nächsten. Der erste Tag des Sommers hat mit 7,3 Grad immer noch den Tiefstwert zu Buche stehen.

Der liebe Niederschlag fehlt in diesem Jahr konstant. Der Sommer 2009 war bis jetzt um 60 Prozent zu trocken. Im letzten Jahr war es noch eine Spur trockener. Knapp 90 mm vom kühlen Nass konnten bis jetzt verzeichnet werden. Was heuer 45 Tage brauchte, preschte im August des Jahres 2007 innert Stunden vom Himmel.

Anständig, aber badeuntauglich

Der Juni legte verhalten los. Das Wetter durfte nicht als schlecht bezeichnet werden. Der wahre Otto war es aber auch nicht. Sonne und Wolken zierten den Himmel. Die Temperaturen tümpelten so knapp über 20 Grad. Es war gerade eine Spur zu kühl, um den Wasserfreuden im Freien nachgehen zu können.

Nach der ersten Woche kam noch Regen dazu, nicht in Unmengen, aber genug, um die Sommerstimmung zu trüben. Vor allem der stark aufgefrischte Nordwestwind liess die Abende im Freien zu Pulli-Events werden. Mit fast 90 Stundenkilometern donnerten die Luftmassen vom Stierenberg hinab.

Sonnenwende, Wetterwende

Zum zweiten Juni-Wochenende hin schien Petrus besser gelaunt. Immer noch feucht, aber mit 28 Grad angenehm warm präsentierten sich die Tage. Der Wind spielte immer noch eine dominierende Rolle. Der hohe Sonnenstand war aber deutlich zu spüren. Nur ein bisschen Sonne brauchte es, um einem den Schweiss ins Gesicht zu treiben.

Kurz vor dem längsten Tag des Jahres floss eisige Luft an den Jurasüdfuss. Mit stürmischen Winden aus Nordost wurde den sommerlichen Temperaturen der Garaus gemacht. Das Quecksilber vermochte danach nicht mehr über 20 Grad zu steigen. Die Bise blies mit mässiger Stärke dem Jura entlang.

Zum letzten Wochenende des Junis gab der Sommer ein Comeback. Die Temperaturen schnellten innert Kürze auf über 26 Grad, und die Sonne brannte vom fast wolkenlosen Himmel. Den Mai ausgeschlossen, war dies die bis jetzt wärmste Phase des Jahres.

«Unser Wetterfrosch»

Dieser Rückblick auf das Juni-wetter ist gleichzeitig der Letzte von Bernhard Eicher in dieser Form. Wir danken «unserem Wetterfrosch» für seine monatlichen Analysen. Die Zusammenarbeit mit ihm wird weitergeführt, mit sporadischen kurzen Texten zu besonderen Wetterereignissen in Grenchen. (sl)

Kurzes Comeback

Schon die ersten Juli-Tage brachten aber wieder vermehrt Gewitter. Vor allem am 4. Juli liess es Zeus kräftigst krachen. Es fielen fast 30 Millimeter Niederschlag innert kurzer Zeit. Der Hagel blieb zum Glück aus. Nur an zwei Schweizer Messstationen fiel noch mehr Regen als in Grenchen.
Der Juli dürfte nach Langfristprognosen so zu Ende gehen wie gestartet. Sommerlich und gewitterhaft. Tagelanges Schwitzen bei über 30 Grad ist kurzfristig nicht in Sicht.

Der August steht natürlich in den Sternen. Spannenderweise folgt auf einen trockenen Sommerstart nicht per se die Sintflut im August. Zumindest statistisch gesehen. Allen verregneten Augusten gingen vielfach schon ziemlich feuchte Sommermonate voraus.

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