Regina Erb

Er strahlte, der Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr, als er gestern im Volkshaus süffisant meinte: «Zum Glück haben wir noch einen Verantwortlichen der Schweizer Post zur Vernissage der Fasnachts-Sonderbriefmarken einladen können.» Es war eine Anspielung auf den ständigen Wechsel von Post-Chefbeamten.

Patrick Salamin, Mitglied der Post-Konzernleitung, strahlte ebenfalls, als die drei Extra-Marken auf dem Projektor erschienen. Und er ergänzte: «Wieder einmal seid ihr Basler in Sachen Briefmarken wie im Jahr 1845, als das Basler Dybli erschien, vorgeprescht.» Dazu komme, dass keine andere Stadt in der Schweiz auf die Idee gekommen sei, Fasnachts-Briefmarken zu kreieren.

Auf die Frage, ob er schon einmal die «drey scheenschte Dääg» live erlebt habe, sagte Pascal Kottmann: «Nächstes Jahr bin ich ganz sicher dabei, ich will das Trommeln und Pfeifen, die Guggenmusiken und die einzigartigen Laternen und Wagencliquen sowie deren Sujets in Ruhe geniessen.»

Das jubilierende und zu Recht stolze Comité, Medienvertreter und Cliquenverantwortliche lauschten sodann den Erläuterungen des Allroundkünstlers Daniel Vetsch, welcher die Briefmarkensujets äusserst liebevoll gemalt hat. In seiner gewohnt vornehmen Zurückhaltung wies er auf die typischen Details der drei Kostbarkeiten hin.

Im Kleinstformat sind auf dem Trio das Spalentor mit einem neckischen Mini-Vortrab und dem Schriftzug 100, das Rathaus und ein Cortègeausschnitt sowie das Münster mit einer Guggemusig und vier Laternen auf den Ein-Franken-Marken dargestellt. Das bringt nur Daniel Vetsch fertig, darüber waren sich alle Vernissagegäste einig. Und zusammen mit Felix Rudolf von Rohr sagte der Briefmarken-Mann: «E Juubeljoor lang Nostalgyy - das deerf doch syy.»

Am 5. Januar 2010 beginnt in der Philateliestelle Basel an der Ecke Freiestrasse/Rüdengasse und im Internet der Vorverkauf dieser Sonder-Briefmarken. Ein Ratschlag: Rechtzeitig aufstehen, sich warm anziehen sowie in der Warteschlange ausharren, um diese einzigartigen Marken zu erstehen. Gültig sind die drei Fasnachts-Sondermarken ab 12. Januar.