Urs Moser

Zweimal jährlich erscheint die Zeitschrift «MIX», ein Produkt der Zusammenarbeit der Integrationsdelegierten der Kantone Aargau, beider Basel, Bern, Solothurn und Zürich. Die aktuelle Ausgabe wurde gestern von Regierungsrat Urs Hofmann in Aarau präsentiert. Sie ist dem Thema Rassismus gewidmet. Genauer gesagt dem versteckten Alltagsrassismus, der oft gar nicht als solcher wahrgenommen wird. Die Migrationszeitung, es handelt sich um die 17. Ausgabe, wurde aus diesem Anlass erstmals durch die Fachstelle für Rassismusbekämpfung des Bundes mitfinanziert. Argwohn und Vorurteile zu säen, sei sei leicht, sie wieder abzubauen viel schwieriger, sagte deren stellvertretende Leiterin zum Engagement des Bundes. Ausgrenzung und Diskriminierung untergrabe die Integrationsbemühungen, die Zeitung «MIX» präsentiere viele hervorragende Beispiele, wie sich Menschen kreativ und mutig gegen solche negativen Einwirkungen zur Wehr setzen. Vorgestellt werden etwa die Aktion «Gemeinsam gegen Rassismus» der Berner Young Boys oder das Projekt einer Berner Schule zur Unterstützung von Romas in Osteuropa. Nicht explizit thematisiert ist die Initiative für ein Minarett-Verbot, über die am 29. November abgestimmt wird.

Bei der Behinderung der Integrationsbemühungen durch diskriminierende Haltungen gegenüber ausländischen Mitbürgern hakte auch Regierungsrat Urs Hofmann ein. Die Gesellschaft sei stark von Migration geprägt, ob man nun daran Freude habe oder nicht. Die Förderung der Integration von Migranten werde deshalb zu Recht als eine Kernaufgabe des Staats bezeichnet. Und dabei sei zwar nicht zu verneinen, dass es von Migranten selbst verschuldete Integrationsdefizite gibt, oft aber ein latenter Rassimus eines der grossen Integrationshemmnisse sei. Diese Hemmnisse gelte es aufzudecken und aktiv abzubauen.

Zu diesem Zweck besteht seit 2007 auch die nordwestschweizerische Beratungsstelle gegen Diskriminierung und Rassismus mit Sitz in Pratteln BL. Ihr Leiter Johan Göttl schildert, wie sich Diskriminierungen äussern und was die Stelle «Stopprassismus» unternehmen kann:

Eine junge Muslimin beschwerte sich zum Beispiel darüber, dass ihr eine Praktikumsstelle in einem Spital wegen ihres Kopftuchs verweigert wurde. Das Spital stritt das gegenüber der Beratungsstelle ab und verwies auf die Bekleidungsrichtlinien, wonach eine Kopfbedeckung nur die Pflegearbeit nicht behindern darf. Die Muslimin bewarb sich mit dem Hinweis auf diese Richtlinien nochmals und bekam den Praktikumsplatz.