Sommerau plant neues Schulhaus

Die Umstellung auf das Modell 6/3 im Zuge der Schulharmonisierung wird auch in Schulheimen Anpassungen erfordern. Im Schulheim Sommerau in Rümlingen löst dies den Bau eines neuen Schulhauses aus.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Daniel Haller

Update

Das Schulheim Sommerau wird von einem privaten Verein mit einem Leistungsauftrag des Kantons Baselland betrieben, der das Heim zu rund 85 Prozent finanziert. Es bietet 39 Internatsplätze und einen externen Platz für Kinder an, die auf Grund ihres Verhaltens oder anderer Schwierigkeiten in der öffentlichen Regelschule nicht tragbar sind. Die Massnahme, ein Kind in der Sommerau zu platzieren, wird in der Regel von Vormundschaftsbehörden beschlossen. (dh)

«Eigentlich hätte man im Schulheim Sommerau schon seit Jahrzehnten gern ein Schulhaus gebaut, unterrichten wir doch die 25 Kinder, die im Heim zur Schule gehen, in drei Gebäuden», erklärt Verwaltungsleiter Daniel Sturm. Doch fehlte es dem Vorhaben offenbar an Dringlichkeit, selbst wenn die Bauten sanierungsbedürftig sind, wie Antonio Tucconi von der kantonalen Fachstelle Sonderschulung, Jugend- und Behindertenhilfe feststellt.

Bisher besuchen die Sechstklässler aus der Sommerau die Sekundarschule in Rümlingen und Sissach. Mit Harmos wird auch im Baselbiet - voraussichtlich 2015/16 - die Primarschulzeit von fünf auf sechs Jahre verlängert. Auch die Sommerau, das einzige Schulheim auf Primarstufe im Kanton, muss eine sechste Klasse einrichten. «Dies gab den Anstoss, den Schulhausbau nun anzupacken», erklärt Sturm. Das Projekt trägt den Namen «Futuro Fortuna». Die Ausweitung von 25 auf 30 interne Schulplätze sei primär eine Folge der verlängerten Primarschulzeit und bedeute keine Vergrösserung der Sommerau.

Kein Zusammenhang

Das Schulhaus in der Sommerau hat nichts mit der Schliessung der 1. Sekundarschulklasse in Rümlingen ab voraussichtlich nächstem Sommer zu tun. Diese erfolgt vielmehr aufgrund der Vorschrift im Schulgesetz, dass Sekundarschulen unter einem Dach vereint sein müssen. Dank sinkender Schülerzahlen kann die Sekundarschule Sissach in den kommenden Jahren sukzessiv den Aussenstandort Rümlingen schliessen. (dh)

Projektwettbewerb läuft

Als Schule untersteht die Sommerau dem Kanton Baselland. Als Institution des Massnahmenvollzugs wird sie vom Bundesamt für Justiz beaufsichtigt und der Bund trägt 35 Prozent der Baukosten. Der Kanton finanziert nicht direkt den Bau, sondern wird sich über höhere Schulplatz-Beiträge an den Kosten beteiligen. Er hat das Vorprojekt geprüft und an das Bundesamt für Justiz weitergeleitet.

Parallel dazu hat der Verein Sommerau ein zweistufiges Submissionsverfahren eingeleitet: Unter 19 Architekturbüros, die Unterlagen eingereicht haben, wurden im Mai deren sieben ausgewählt, die nun bis Ende August Zeit haben, im Rahmen des Wettbewerbs ein Projekt einzureichen. «Erst wenn dieses ausgewählt ist, lassen sich die Kosten beziffern», erklärt Sturm. Eine grobe Schätzung ergebe 6 bis 8 Millionen Franken inklusive der an den alten Gebäuden notwendigen Arbeiten. 2011 sollte das neue Schulhaus fertig werden.

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