Baustelle Bielstrasse und Schöngrünkreuzung sind mit «Notkreiseln» bestückt
Solothurn: Graben kann man jetzt schon

Die ersten Tage des neuen Jahres wars bitterkalt, dennoch wird an der Biel- und Zuchwilerstrasse in Solothurn gearbeitet, als ob es verboten würde. Der Grund: Im November muss alles fertig sein. Derzeit gewöhnen sich die Autofahrer an das anspruchsvolle Verkehrsregime.

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Schöngrünstrasse mit provisorischem Kreisel

Schöngrünstrasse mit provisorischem Kreisel

Oliver Menge

Wolfgang Wagmann

Drei neue, provisorische Kreisel sind derzeit aus dem Boden geschossen, und wo vorher mehrere Spuren verfügbar waren, ist es es eng geworden. Besonders knifflig präsentiert sich die Situation zwischen der Zuchwiler- und Dornacherstrasse im Bereich der Schöngrün-Unterführungen. Oben bei der Einmündung der Schöngrünstrasse ist ein «Mini-Kreiseli» angelegt worden, das nur in der Bauzeit Bestand hat. Unten, zwischen den Bahnbrücken ein grösserer, nun auch auf dem Boden aufgemalter, der den künftigen, definitiven Kreisel andeutet.

Auch nicht zu verachten ist jedoch der neue, rechteckig markierte «Kreisel» beim Hermesbühlschulhaus auf der Bielstrasse, der die dortige Lichtsignalanlage ersetzt.

Bonus, Malus und heisses Pflaster
Dass derart früh im Jahr die letzten flankierenden Massnahmen zur A5 in Angriff genommen werden (können), ist auf zwei Gründe zurückzuführen: Die Unternehmer arbeiten für den Kanton nach einem Bonus-Malus-System. Wenn sie also früher fertig sind, gibts einen Bonus, und mit jeder Woche später als Ende November erhöht sich der Malus. Und zweitens war diesmal ungewöhnlich früh Heissbelag in Form von Teer oder Asphalt verfügbar. Dazu Benedikt Affolter, Chef Tiefbau der Stadt: «Üblicherweise sind die Werke im Kanton, die Heissbelag liefern können, ab Januar bis Ende Februar in Revision. Dieses Jahr konnte ausnahmsweise eines in Boningen bereits liefern.»

Kanalisation ist auch ein Thema
«Grabungsarbeiten sind auch bei Schnee und Kälte möglich», zeigt Affolter weitere Möglichkeiten des jetzigen frühen Baubeginns auf. Denn neben der Regio Energie Solothurn hat auch die Stadt Arbeiten im Zug des Strassenrückbaus an den Kanton delegiert. «An der Dornacherstrasse wird ab der Berthastrasse Richtung Westen auf einer relativ kurzen Strecke die Kanalisation ersetzt. Ebenso an der Zuchwilerstrasse vom ehemaligen Standort der Firma Saudan bis zur Vogt-Schild», so Affolter. Kostenpunkt für die Stadt: 300 000 Franken. Aber auch auf dem Verbindungsstück zwischen der Wengi- und Bielstrasse will die Stadt die rund 100-jährige Kanalisation durch eine grosskalibrige, neue von 80 cm Röhrendurchmesser ersetzen. Ein Vorhaben, das mit 450 000 Franken veranschlagt worden ist.

«Wann jedoch welche Arbeiten durchgeführt werden, bestimmt allein der Kanton», verweist Affolter auf die Gesamtemission zum Rückbauprogramm, bei dem die Stadtvertreter lediglich zu Koordinations- und Kontrollzwecken auf den Baustellen auftauchen müssen.