«Alle von dieser Regelung potenziell betroffenen Elternteile eines Kindes in der 5. Klasse haben in den Ausstand zu treten.» Dieser Hinweis auf der Traktandenliste zur Gemeinderatssitzung vom nächsten Dienstag sagt schon einiges: Beim Traktandum Schulenplanung 2009/2010 dürfte die geplante Aufhebung jener Klasse, die nach den Kantonsschul-Aufnahmeprüfungen die geringste Schülerzahl aufweist, für Diskussionsstoff sorgen.

Bereits haben 14 Elternpaare aus dem Fegetzquartier vorsorglich bei der Schuldirektion interveniert – vor allem gegen die Verlegung ihres Nachwuchses ins Schulhaus Wildbach für die 6. Klasse. Die Gemeinderatskommission GRK hat jedoch bestätigt und beantragt dem Gemeinderat, dass die kleinste 5. Klasse aufgelöst werden muss.

«Und erfahrungsgemäss dürfte dies diejenige im Fegetz sein», bestätigte gestern Schuldirektor Rolf Steiner. Auch das Begehren der Eltern, 100000 Franken für die Weiterführung der 6. Klasse zu «investieren», ist für Steiner kein Thema. «Das wird vom Kanton gar nicht erst bewilligt.»

Bezirksschule im Schrumpfprozess

Bewilligt hat der Kanton jedoch eine durchschnittliche Klassengrösse von 21,2 Kindern in der städtischen Primarschule, obwohl ein Durchschnitt von 22 Kindern pro Klasse angestrebt werden sollte.

Nicht ohne Reduktion von Pensen ging es jedoch in der Bezirkschule ab, da offenbar jetzt die geburtenschwachen Jahrgänge die Oberstufe erreichen. «Wir mussten auf den 31. Januar 9 Kündigungen, davon 7 für befristete Anstellungen aussprechen. Dazu kamen 17 Teilkündigungen von Pensen, die manchmal aber nur eine Lektion umfassten», erklärte Rolf Steiner.

Dies mache ungefähr eineinhalb volle Stellen aus. «Es gab dagegen auch keine Beschwerden», ergänzte der Schuldirektor zum Fakt, dass es in der «Bez» nur noch zwei Klassenzüge gibt und der so genannte «Sonderzug» aufgelöst wird. Stattdessen soll in beiden Klassen eine spezielle Mittelschulvorbereitung angeboten werden.

Überquellende Kindergärten

Dagegen steht die Zukunft vor allem für die zwei Kindergärten-Standorte Wassergasse und Untere Sternengasse im Zeichen von «Kinderüberfluss.» Dies ist einerseits eine Folge der neuen Wohn-Überbauung in der Schützenmatt, im «Fall Wassergasse» andererseits kaum die Auswirkung der neuen Mehrfamilienhäuser im Schöngrün.

«Vielmehr gab es einen Generationenwechsel im dortigen grossen Einfamilienhausquartier.» Dass die Zuteilung auf die entsprechenden Quartierschulhäuser angesichts solcher Verschiebungen für den Schuldirektor immer schwieriger wird, versteht sich von selbst – das werde auch fürs nächste Schuljahr wieder «eine Übung» sein.

Zwei Anträge nochmals zu erwarten

In der GRK waren zwei Anträge von rot-grüner Seite jeweils knapp gescheitert, und so ist abzusehen, dass diese nächsten Dienstag nochmals ein Thema sein dürften. So wurde beantragt, für Kindergärten mit bereits 23 und nicht erst 25 Kindern drei Assistenzlektionen à je 60 Minuten zu bewilligen.

Ebenfalls im Verhältnis von 4 zu 3 Stimmen abgelehnt wurde der Antrag, das Angebot der Tagesschule zu überprüfen und nötigenfalls anzupassen, damit Solothurn eine «bedarfsgerechte» Tagesschule habe.

Wohl kaum umstritten ist dagegen der Antrag ans kantonale Amt für Volksschule und Kindergarten AVK, eine Stelle an der 3./4. Primarschule aufzuheben, und im Gegenzug eine neue für die 1./2. Primarschule im Brühl zu schaffen. (mz/ww/dge)