Solarflugzeug

«Solar Impulse» kann noch immer nicht weiterfliegen

Pilot André Borschberg spricht mit Journalisten vor dem Solarflugzeug in Nanjing

Pilot André Borschberg spricht mit Journalisten vor dem Solarflugzeug in Nanjing

Das Schweizer Solarflugzeug «Solar Impulse» wartet im chinesischen Nanjing auf den Weiterflug. Bereit ist alles - doch das Wetter ist nicht gut genug für die Überquerung des Pazifiks.

Die nächste Etappe soll von Nanjing in China nach Hawaii führen und fünf Tage dauern. Die "Solar-Impulse"-Equipe rund um die Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg hat den Weiterflug wegen ungünstigen Wetterbedingungen bereits mehrmals verschoben.

Für den Flug brauche es einen klaren Himmel und Jet-Streams, sagte Borschberg am Donnerstag an einer Telefonkonferenz. Jet Streams sind Höhenwinde die den Flug begünstigen. Derzeit gebe es hingegen Passatwinde in geringer Höhe, welche das Flugzeug bremsten, sagte Borschberg.

"Das Warten ist frustrierend, aber nicht problematisch", sagte Piccard an der Konferenz. Um den Zeitrahmen einzuhalten, müsse das Flugzeug den Atlantik idealerweise bis Mitte Juli überqueren.

Die Aufgabe von Pionieren sei, das Unmögliche so früh wie möglich zu realisieren, sagte Piccard, aber er fügte hinzu: "Es handelt sich nicht um ein Rennen gegen die Zeit." Wenn die Weltumrundung zwei Jahre statt zwölf Monate dauern sollte, sei das kein Problem.

Längste Etappe bisher

Die Strecke von Nanjing bis Hawaii ist die längste bisher. Pilot Borschberg wird während fünf Tagen und fünf Nächten in der Luft sein, um die rund 8000 Kilometer zurückzulegen. "Das Flugzeug ist noch nie so lange am Stück geflogen", sagte Borschberg.

Neben den technischen Herausforderungen gilt es für die Etappe auch die menschlichen Bedürfnisse zu beachten. Etwa, wie viel Wasser und Nahrung an Bord sein muss. "Die technische Equipe plant den kommenden Flug wie ein Schachspiel in drei Dimensionen", erklärte Piccard.

Die beiden Piloten nutzen das Warten auf den Weiterflug, um sich auszuruhen - obwohl sie ungeduldig sind. "Ich verfeinere derzeit meine mentale Vorbereitung", sagte Borschberg. Er praktiziert Yoga, während Piccard Selbsthypnose macht.

Das Gleichgewicht von Körper und Seele helfe in der Luft, um mit Stress und Müdigkeit umzugehen, sagte Borschberg. Im Flugzeug können die Piloten nämlich nur in Abschnitten von 20 Minuten schlafen.

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