Maria Häfeli

«So wird mer halt en alti Tante»

Geburtstagskind: Maria Häfelis Rezept um alt zu werden, ist «brav sein». (Heiner Halder)

Maria Häfeli

Geburtstagskind: Maria Häfelis Rezept um alt zu werden, ist «brav sein». (Heiner Halder)

Maria Häfeli hat gerne Gesellschaft, kann noch selber gehen und ist nie um gute Sprüche verlegen. Heute feiert sie in Lenzburg ihren 105. Geburtstag.

Heiner Halder

«Das ist ein Tag wie ein anderer Tag», hält Maria Häfeli dezidiert fest. Und frägt dann doch nach: «Werde ich 105?» Ja, und darum ist die Zeitung heute zu Gast bei ihr. «Ein ganz schönes Alter», räumt die mit Abstand älteste Einwohnerin der Stadt Lenzburg nun ein; «jetzt bin ich halt so alt».

Das scheint ihr nichts Besonderes zu sein. Bescheidenheit zeichnet die gepflegte alte Dame aus, sie sei im Alterszentrum Obere Mühle, wo sie seit 2007 daheim ist, «wunschlos glücklich». Die unvermeidliche Frage nach dem Rezept für ein gutes langes Leben beantwortet sie schlicht mit «brav sein». So werde man halt «eine alte Tante».

Schalk lacht aus ihren Augen

Um gute Sprüche ist Maria Häfeli nicht verlegen. Und dann lacht jeweils der Schalk aus ihren Augen. Masshalten ist ihre Devise, und das gilt auch für den seltenen hohen Geburtstag. Dass vor einigen Tagen Claudio de Bartolo bei einem Besuch in der Oberen Mühle speziell «Maria» für sie sang, hat die Jubilarin schon fast vergessen. Wenn sie heute im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des ganzen Hauses steht, lässt sie sich das aber schon gefallen. Zum Apéro sind viele Gäste geladen, nebst Angehörigen auch alle Bewohnerinnen und Bewohner.

Immer noch zu Fuss unterwegs

Maria Häfeli hat gern Gesellschaft. Obwohl Augen und Ohren nicht mehr so recht wollen, mustert sie aufmerksam, was ringsum geht, und platziert sich dort, wo etwas läuft. Mit dem Wägeli spaziert sie selbstständig im Haus herum, ansonsten ist sie indes sesshaft. Sie erfreut sich recht guter Gesundheit, schläft aus und nimmt die Mahlzeiten in der Gemeinschaft im Speisesaal ein. Hin und wieder macht sie auch gern noch ein Kartenspiel.

Maria Häfeli-Schlichtherr ist in Reutte im Tirol auf einem Bauernhof mit Gasthof aufgewachsen; da mussten auch die vier Kinder zupacken. Mit sechzehn kam sie in die Schweiz, und blieb, sie weiss nicht mehr genau wie, aber schon warum, schliesslich bei Fritz Häfeli in Lenzburg. All zu Privates will sie aber partout nicht preisgeben. Wir wünschen der zufriedenen, lebensfreudigen ältesten Lenzburger Mitbürgerin einen schönen Geburtstag und weiterhin alles Gute.

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