Regula Bättig

Für Bauarbeiten gilt: a) sie dauern immer länger als geplant; b) sie sind immer teuerer als budgetiert und c) sie sind immer mit Ärger verbunden. Die Neugestaltung des Bahnhofplatzes Solothurn ist aber Variante d) - alles läuft nach Plan. «Oder sogar noch besser», wie Projektleiter Roger Schibler gestern vor den Medien sagte.

Die ersten Autos werden daher nicht erst Mitte November, sondern bereits Ende Oktober über den Platz rollen. Wann genau ist allerdings noch nicht klar. «Der Platz wird zwischen 27. und 30. Oktober für den Verkehr frei gegeben», so Schibler. «Je nach Wetter und Temperatur.» Bei strömendem Regen und Eiseskälte werden die Belagsarbeiten auf dem Strassenstück Richtung «Perron 1» auf nächsten Frühling verschoben, der Platz einige Tage früher eröffnet. So oder so erst im nächsten Frühling vorgesehen sind die Belagsarbeiten auf dem eigentlichen Platz: «Aber das wird nur noch wenige Tage in Anspruch nehmen.»

Orange Männer sind nicht gleich weg

Ablaufen wird die Eröffnung ähnlich wie die Sperrung: Am Morgen werden Flyer verteilt, einige Stunden später die Abschrankungen vor dem Platz entfernt und noch etwas später wird die Wengibrücke gesperrt. Dass die orange gewandeten Männer danach auf einen Schlag und für immer verschwinden, ist allerdings ein Irrglaube. «Es stehen noch verschiedene Arbeiten an, die ohne grosse Behinderungen des Verkehrs ausgeführt werden können», sagt Baustellenleiter Benjamin Lehmann. Und auch die Provisorien - Markierungen, Bushaltestellen, Parkplätze - müssen wieder entfernt werden.

Bis Ende Monat gehts noch einmal richtig ab auf der Baustelle. Bis zu vierzig Mann werden dort täglich beschäftigt sein: Es gilt Bushaltestellen zu betonieren, Strassen und den Platz zu teeren, Kandelabern zu montieren und die Unterführung fertig zu stellen - inklusive grün gestrichener Wände. Die Unterführung wird laut Lehmann dann allerdings noch leer sein.

«Unser Umzug ist erst für Frühling/Sommer geplant», sagt Velostationsleiter Bruno Käser. Denn das Projekt hat noch nicht alle Hürden genommen: «Der Gemeinderat wird im Oktober darüber entscheiden», sagt der städtische Tiefbauchef Benedikt Affolter. Auch die anderen Beteiligten - Regionalplanungsgruppe Solothurn und Umgebung und SBB - müssen die Budgets erst noch sprechen. Klar sei aber, dass gleich nach der offiziellen Eröffnung die ersten «normalen» Veloabstellplätze entstehen, das Thema Läden ist jedoch vom Tisch.

Der Eröffnungsakt ist für den 30. Oktober angesetzt, auch wenn die ersten Autos unter Umständen schon früher über den Platz rollen. Mit dabei sind nebst Regierungsrat Walter Straumann und Stadtpräsident Kurt Fluri insbesondere die Anwohner, «als kleine Aufmerksamkeit für die Unannehmlichkeiten».

Schneller und erst noch günstiger

Noch sei es zwar zu früh für ein Fazit, aber die laufene Kontrolle sei erfreulich, «sowohl bezüglich Baufortschritt, Kosten, Qualität wie auch Akzeptanz». Der Griff nach den Reserven scheint nicht nötig zu werden: Stand heute wird das Projekt sogar günstiger abschliessen als budgetiert, kostet 18 statt 18,4 Mio. Franken.

«Und Vollsperrung sei Dank stimmt auch die Qualität der Arbeiten», sagte Schibler: Grössere Nachbesserungen sollten in den nächsten Jahren nicht nötig werden. Irgendwann aber, werde noch der Bahnhofplatz Süd folgen, sagte Affolter. Denn dass auch die andere Seite des Bahnhofs eine Aufwertung vertragen kann, sei unumstritten. «Noch ist aber nichts im Finanzplan drin.»