SNB-Chef Roth: Wirtschaft im vierten Quartal stark geschrumpft

SNB-Chef Jean-Pierre Roth (Archiv)

SNB-Chef Jean-Pierre Roth (Archiv)

Die Schweizer Wirtschaft ist im vierten Quartal 2008 stark geschrumpft: Auf ein Jahr hochgerechnet betrug das Minuswachstum laut Angaben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) 1,9 Prozent.

Wie SNB-Präsident Jean-Pierre Roth gemäss Redetext vor dem Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub in Frankfurt am Main sagte, sank das Wirtschaftswachstum im Laufe des Jahres: Im ersten und zweiten Quartal habe das annualisierte Wachstum noch +1,3 Prozent betragen, im dritten Quartal +0,1 Prozent.

Im Euroraum und in den USA schrumpfte die Wirtschaft bereits im zweiten respektive im dritten Quartal. Am Dienstag veröffentlicht das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) seine Schätzungen des Schweizer Bruttoinlandproduktes im vierten Quartal.

Roth verteidigte in seiner Rede erneut die UBS-Staatsrettung. Die Schweiz sei mit der Übernahme toxischer Papiere der Grossbank, die nun in die SNB-Zweckgemeinschaft StabFund überführt werden, ihrer nationalen und internationalen Verantwortung gerecht geworden.

"Wir betrachten die Gründung des so genannten SNB-Stabfunds bisher insgesamt als einen Erfolg", sagte der oberste Währungshüter der Schweiz. Die ausgelagerten Papiere hätten zwar weiter an Wert verloren, doch verdeutliche gerade dies die Notwendigkeit der Rettungsaktion.

Die Leitzinssenkungen der SNB von gesamthaft 2,25 Prozentpunkten seit Oktober seien zur richtigen Zeit vorgenommen worden. Nach dem Höchstand der Inflation mit 3,1 Prozent im Sommer habe die Geldpolitik erst gelockert werden können, als die Inflation wegen der fallenden Ölpreises zu sinken begonnen hatte.

"Unsere Wirtschaft ist sehr wettbewerbsfähig und leidet nicht an strukturellen Problemen", so Roths Bestandsaufnahme zur Schweizer Wirtschaft. Die Schweiz sei vor der Krise sehr robust aufgestellt gewesen.

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