Feuerbrand

Sie sind dem Feuerbrand auf der Spur

Geschultes Auge: Robert Gartner (rechts) und Willi Weber untersuchen ein Quittenbäumchen. (mda)

Feuerbrand in Baden

Geschultes Auge: Robert Gartner (rechts) und Willi Weber untersuchen ein Quittenbäumchen. (mda)

Noch bleibt Baden von der bakteriellen Pflanzenkrankheit verschont. Stadtgärtner Robert Gartner wäre aber nicht überrascht, würde er bald befallene Pflanzen entdecken. Der Stadtgärtner und sein Team stossen bei Kontrollen in Baden auf hochanfällige Cotoneaster.

Markus Dasen

Er ist der Feuerbrand-Kontrolleur von Baden: Teamleiter Robert Gartner macht zusammen mit seinen Arbeitskollegen von der Stadtgärtnerei, Willi Weber, Heinz Bolliger und Christoph Binder, in den Monaten Juli und August Kontrollgänge, ausgerüstet für den Ernstfall mit Desinfektionsmittel für Geräte, Schuhe, Hände und Kleider. Trifft er Pflanzen an, die ihm verdächtig erscheinen, nimmt er Proben und sendet diese ins Feuerbrandlabor in Wädenswil.

Einsatz rund um Schutzzonen

Bisher hat es nur einen Verdachtsfall in Rütihof gegeben. «Zum Glück hat sich herausgestellt, dass das betroffene Ziergehölz trotz Symptomen nicht an Feuerbrand erkrankt ist. Weitere Beobachtung ist aber angesagt», so Gartner. Seine Kontrollen im Sommer umfassen nicht das gesamte Stadtgebiet, sondern vorwiegend die Umgebung von Zonen mit Schutzobjekten. Diese Schutzzonen liegen im Umkreis von 250 Metern rund um Obstanlagen, Baumschulen oder Hochstammgärten. Darin sind die Besitzer verpflichtet, mindestens zweimal jährlich auf Feuerbrand zu kontrollieren. Die Überprüfung der weiteren Umgebung übernimmt die Stadt.

Schutzzonen gibt es auch im Gebiet Allmend/Baldegg, das Gartner neben Rütihof und Dättwil kontrolliert. Dort befinden sich die Baumschule von Toni Suter sowie Obstanlagen von Martin und Meinrad Suter. Während das Ziergehölz Cotoneaster seit 2002 in der ganzen Schweiz nicht mehr angepflanzt werden darf, gilt dieses Verbot im Umkreis von 500 Metern um Schutzobjekte auch für das Wildgehölz Weissdorn. Dieses ist ebenfalls anfällig für die Bakterienkrankheit.

Bei den Kontrollen auf der Allmend entdeckt Gartner einen hochwachsenden Cotoneaster-Strauch in einem privaten Garten. «Dieser Cotoneaster salicifolius muss weg. Er gehört zu den hochanfälligen Arten, die vor rund zehn Jahren im ganzen Kanton vorsorglich gerodet wurden. Wir informieren den Grundbesitzer umgehend.»

Andere Strategie im Süden

Während er die Siedlung im Eichtal begeht, beachtet Gartner zusammen mit Kollege Willi Weber vor allem die immer noch zahlreichen Cotoneaster-Sträucher, aber auch Weissdorn, Quitte oder Zierapfel. Die beiden Stadtgärtner finden keine auffälligen Pflanzenteile - bis auf ein rotes Cotoneaster-Ästchen, das eigentlich grün sein sollte: «Die Grenze zwischen gesundem und krankem Gewebe ist zu scharf, bei Feuerbrand wäre sie fliessend», erklärt Gartner.

Die Krankheit, die neben der Existenz von Obstbau- und Baumschulbetrieben auch die typische Obstbaumlandschaft in verschiedenen Regionen gefährdet, ist in ihrer Ausbreitung schwer abzuschätzen. Deshalb ist auch Gartner vorsichtig: «Ich wäre nicht überrascht, wenn wir auf den Rundgängen noch auf Fälle mit positivem Befund stossen würden.» Damit wäre Baden nicht allein im Kanton: Am meisten betroffen sind bisher die Gemeinden Berikon, Muri, Seengen und Schmiedrued.

Im Süden des Kantons herrscht zwangsweise eine andere Strategie im Kampf gegen Feuerbrand. Gartner: «Während wir in Baden befallene Pflanzen radikal roden würden, werden sie im Süden nur so weit wie nötig geschnitten. Sonst müssten teilweise ganze Anlagen gerodet werden.» Gesamtschweizerisch ist der Feuerbrand noch auf die Alpennordseite beschränkt, mit Anhäufung von betroffenen Gemeinden in der Inner- und Ostschweiz.

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